Autozulieferer ZF will Jobs abbauen - auch in Stemwede?

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Die Corona-Krise trifft ZF in einer Phase, in der die Auto- und damit auch die Zulieferindustrie in einem Umbruch stecken.

Beim Autozulieferer ZF Friedrichshafen sollen wegen des Absatzeinbruchs in der Corona-Krise in den kommenden fünf Jahren bis zu 15.000 Stellen gestrichen werden. Der Autozulieferer ZF plant nach der Kurzarbeit einen drastischen Stellenabbau - es geht um bis zu 15.000 Arbeitsplätze.

Wie sich die Entscheidung etwa auf den Standort Saarbrücken auswirken werde, dazu wollte sich das Unternehmen in der "Saarbrücker Zeitung" nicht äußern. Im Saarland fertigt ZF Achtgang-Automatik-Getriebe. Die Konzernführung begründe die Pläne für den Stellenabbau mit den Umsatzeinbrüchen in Folge der Coronakrise. Rund 9000 Beschäftigte hat der Konzern hierzulande.

"Als Folge des Nachfragestopps auf Kundenseite wird unser Unternehmen 2020 hohe finanzielle Verluste machen", heißt es in dem Schreiben an die Belegschaft, so "dpa". "Im Vordergrund steht für uns, jeden Arbeitsplatz in Saarbrücken zu sichern", sagte der Betriebsratschef des Standorts, Mario Kläs.

Das bedrohe "unsere finanzielle Unabhängigkeit", schrieb der Vorstandschef. ZF hatte in den vergangenen Jahren 9,5 Milliarden in den Kauf des amerikanischen Autozulieferers TRW und 6,2 Milliarden Euro in die Übernahme des ebenfalls US-amerikanischen Bremsenherstellers Wabco investiert und dafür hohe Kredite aufgenommen.

Die zur Bewältigung der Corona-Krise getroffenen Vereinbarungen, etwa zu Kurzarbeit und Gehaltsverzicht, reichten bei weitem nicht aus. Der Umsatz werde auch noch 2022 spürbar unter den Planungen liegen.

Der Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen mit Sitz am Bodensee will offenbar Tausende Stellen streichen. Die Entwicklung weg vom traditionellen Verbrennungsmotor hin zu teil- und voll elektrischen Antrieben setzt die Branche unter Druck. Das Ziel der ZF sei es nun mit den Arbeitnehmervertretern und der Gewerkschaft in konkrete Verhandlungen zu treten, um Lösungen für das Unternehmen und die Mitarbeiter zu erarbeiten. Der Betriebsrat kündigte Widerstand gegen diese Pläne an.

Ein schwächeres Wachstum in China im Jahr 2019 sowie Umsatzeinbußen aufgrund des Brexits.

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