Frankreich will Autobranche mit acht Milliarden Euro stützen

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Macron sagte, die Industrie sei mit "einer der schwersten Krisen ihrer Geschichte konfrontiert". Im Gegenzug für die Unterstützung will er die Branche für eine ökologische Wende in die Pflicht nehmen. Damit will die Regierung den Erhalt der rund 1,3 Millionen Arbeitsplätze bei Herstellern sowie Zuliefer- und Servicebetrieben sichern. Frankreich solle innerhalb von fünf Jahren bei sauberen Fahrzeugen die "führende Herstellernation" in Europa werden, kündigte er mit Blick auf E-Autos und Hybridfahrzeuge an, die mit Strom und Benzin fahren. Die Zahl der Haushalte, die die Abwrackprämie beanspruchen könnten, solle ausgeweitet werden.

Nun hat Emmanuel Macron angekündigt, dass sich Renault der deutsch-französischen Allianz für eine gemeinsame Batteriezellenfertigung anschließen. Die europäischen Kernländer wollen sich damit unabhängiger machen von Lieferanten aus Asien. Der Präsident hat für Dienstag zu einem Autogipfel in den Elysée-Palast eingeladen. Tausende Arbeitsplätze stünden in Frankreich auf dem Spiel. Das habe ihm Renault-Präsident Jean-Dominique Senard zugesagt, erklärte der Staatschef. Am Freitag will der Autokonzern einen Sparplan in Höhe von zwei Milliarden Euro vorstellen. Renault schrieb bereits 2019 rote Zahlen. Die Autoindustrie sichere in Frankreich rund 400.000 Jobs, hinzu kämen nochmals etwa 900.000 Stellen bei Zulieferern und in Service-Betrieben. Rund 250.000 Menschen waren wegen der Corona-Krise auf Kurzarbeit angewiesen. Ein wichtiger Hersteller ist in Frankreich auch der PSA-Konzern.

In Deutschland war ein Autogipfel Anfang Mai ohne konkrete Ergebnisse zu Ende gegangen. Im Gespräch sind unter anderem Kaufprämien für Hybrid- oder Elektrofahrzeuge. Die Rufe nach einer Förderung von Verbrennern stoßen aber auch in den Reihen der großen Koalition auf Skepsis.

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