Türkei: Ankündigung von Angriff auf syrische Truppen in Idlib

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Der Sprecher des türkischen Präsidenten wiederholte bereits am Montag das Ultimatum von Recep Tayyip Erdogan (66), wonach sich die syrischen Truppen bis Ende Februar vollständig hinter die türkischen "Observationspunkte" rund um die Provinz Idlib zurückziehen müssten. Der syrische Machthaber Baschar al-Assad will die letzte Milizen-Hochburg im Land wieder unter seine Kontrolle bringen.

Dabei deutete er auch an, dass die türkischen Streitkräfte die derzeitige russische Lufthoheit über Idlib herausfordern könnten: "Unser Problem ist, dass wir derzeit den Luftraum nicht nützen können". Sie unterstützt die syrischen Regierungstruppen. Erdogan wolle deswegen mit US-Präsident Donald Trump sprechen. Den Russen wirft Erdoğan vor, die humanitäre Krise in der Region nicht zur Kenntnis nehmen zu wollen.

Nach BILD-Recherchen kamen bereits in der vergangenen Woche zwei türkische Soldaten bei russischen Angriffen ums leben. Er werde aber wahrscheinlich den russischen Präsidenten Wladimir Putin am 5. März in Istanbul treffen. In Moskau erklärte der stellvertretende Außenminister Michail Bogdanow dagegen, er rechne damit, dass die Gespräche mit der Türkei über Idlib positive Ergebnisse hervorbringen würden.

Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle hat ihren Sitz in Großbritannien und stützt sich auf ein Netzwerk von Informanten vor Ort.

In Idlib und benachbarten Provinzen im Nordwesten Syriens geht die syrische Armee seit Dezember mit Unterstützung Russlands verstärkt gegen islamistische und dschihadistische Milizen vor. Mittlerweile liegen mehrere Posten hinter der Frontlinie auf dem von syrischen Soldaten eroberten Gebiet. Wegen der Kämpfe sind nach UNO-Angaben knapp eine Million Menschen auf der Flucht.

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