MeToo-Bewegung: Opernstar Domingo gibt sexuelles Fehlverhalten zu

Einstellen Kommentar Drucken

Zwar bestünden gültige Verträge mit dem Sänger, hieß es in beiden Institutionen, doch die Faktenlage habe sich jetzt geändert. Doch Worten müssen Taten folgen.

Am Dienstag hatte sich Domingo erstmals bei den Frauen entschuldigt, die ihm im Zuge der #MeToo-Bewegung Übergriffe vorgeworfen hatten. Insgesamt etwa 20 Frauen haben Domingo mittlerweile vorgeworfen, ihnen Küsse aufgezwungen, sie begrapscht oder ohne ihr Einverständnis gestreichelt zu haben.

Die Vorwürfe haben insbesondere Domingos Karriere in den USA geschadet.

Konsequenzen bekam er trotzdem zu spüren. Die Oper in Los Angeles, wo Domingo Generaldirektor war, untersucht die Vorwürfe und beurlaubte ihn. Im Rahmen der "Italienischen Opernwochen" (8. März bis 2. April) der Hamburger Staatsoper sind drei Auftritte von Plácido Domingo in Giuseppe Verdis Oper "Simon Boccanegra" geplant. In Europa, wie in Hamburg, Mailand oder Salzburg trat Domingo trotzdem noch vor ausverkauften Häusern auf. Anfang diesen Jahres wurde er in "La Traviata" in der Staatsoper Unter den Linden gefeiert.

Der spanische Tenor Plácido Domingo hat sich bei den Frauen entschuldigt, die ihm Übergriffe vorwarfen.

"Ich möchte, dass sie wissen, dass mir der Schmerz, den ich ihnen zugefügt habe, wirklich leid tut", heißt es in einer Mitteilung des 79-jährigen Künstlers am Dienstag. "Wenn das auch nie meine Absicht war, sollte sich niemand je so fühlen müssen". "Ich übernehme die volle Verantwortung für mein Handeln".

Warum sich Plácido Domingo erst jetzt äußert? Er habe sich in den letzten Monaten Zeit genommen, um über die gegen ihn erhobenen Vorwürfe nachzudenken. Eine Untersuchung des US-Verbands der Musikkünstler (AGMA) hatte zuvor die Vorwürfe zahlreicher Sängerinnen bestätigt. Die Gewerkschaft teilte mit, dass der Vorstand der Oper von Los Angeles die Untersuchungsergebnisse anerkenne und mit "geeigneten Maßnahmen" reagieren werde.

Einige Frauen hatten berichtet, dass sie berufliche Strafen fürchteten, sollten sie Domingos Avancen abwehren.

Comments