Marie-Luise Nikuta ist tot: Kölsche Karnevalslegende gestorben

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Kölns Motto-Queen Marie-Luise Nikuta war am Nachmittag des 25.2.2020 in einem Kölner Seniorenheim gestorben. Kurz vorm Ende der Festlichkeiten überschattet jetzt aber eine traurige Nachricht die Feierei: Sängerin und Karnevals-Ikone Marie-Luise Nikuta ist am heutigen Veilchendienstag gestorben. Das teilte Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn am Dienstagabend bei der Veranstaltung "Zick eröm" in den Sartory-Sälen mit.

Marie-Luise Nikuta erhielt als erste Frau die Willi-Ostermann-Medaille für ihr musikalisches Schaffen. Hits wie "E paar Grosche för Ies" oder ihren berühmten Stroßebahn-Song kann in Köln jedes Kind mitsingen.

Die Karnevalslegende mit den granat-rot gefärbten Haaren gehörte im kölschen Fastelovend fest zum Inventar. Ihre letzten Jahre verbrachte die Künstlerin in einer Seniorenresidenz. Bis "Marlies", wie sie überall genannt wurde, schließlich absoluten Kult-Status erreichte. Damals waren die Karnevalisten noch durch eine Vorherrschaft vieler konservativer Männer geprägt. 2015 bekam sie einen Närrischen Oscar für ihr Lebenswerk. Aber wie in ihrem ganzen Leben gab Marie-Luise auch in diesen bangen Monaten nicht auf, im Gegenteil: Sie kämpfte in der Reha wie eine Löwin und berappelte sich wieder.

Nach einem schweren Hirnschlag im Jahr 2013 beendete Nikita ihre Karriere.

"Ich finde, man muss auch wissen, wann der Zeitpunkt gekommen ist". Die Mundart-Sängerin starb am Dienstag, einen Tag nach Rosenmontag, im Alter von 81 Jahren, wie das Festkomitee Kölner Karneval am Mittwoch mitteilte. Unvergessen, wie sie die Texte zu ihren neuesten Kreationen bereits Stunden nach Verkündigung fertig hatte. "Sie hat den Karneval - in einer Zeit, als das noch lange nicht selbstverständlich war - weiblicher gemacht". Köln verneigt sich vor einer großen Kölnerin.

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