Italien-Rückkehrer in Deutschland mit Coronavirus infiziert

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"Die Corona-Epidemie ist als Epidemie in Europa angekommen", sagte Spahn gestern in Berlin.

Sorge bereitet auch die Lage im Iran, wo sich nach Behördenangaben bisher 95 Menschen infizierten, darunter Vize-Gesundheitsminister Iradsch Harirtschi. In der stark betroffenen Stadt Codogno waren viele Straßen am Wochenende menschenleer, die Stadt wirkte wie eine italienische Miniaturausgabe der abgeriegelten chinesischen Millionenstadt Wuhan. Am Vorabend waren es noch rund 150 gemeldete Infizierte. Auch Deutschland ist nun betroffen. Ein Überblick über die Lage in Europa.

Es sei nicht genau abzuschätzen, wie die Schwere, Sterblichkeit und die Risiko-Gruppen aussähen, wenn Covid-19 größere Bevölkerungsteile erfasse. Wie der italienische Zivilschutzchef Borrelli mitteilte, gibt es derzeit 322 Infektionen. In der besonders betroffenen Lombardei wurden zehn Gemeinden in der Provinz Lodi zu Sperrzonen erklärt. Erst wenn das der Fall sei, solle man Menschenansammlungen meiden, so die Expertin. Auch Frankreich meldete zwei neue Infektionen mit dem Coronavirus. Beide stammen aus dem Raum Bergamo in Italien.

Da die Gensequenz des neuen Virus früh von Forschern und Forscherinnen bestimmt und öffentlich zugänglich gemacht wurde, ist bekannt, dass es sich bei dem neuen Erreger um ein Beta-Coronavirus handelt, das genetisch zu über 80 Prozent mit dem SARS-Coronavirus übereinstimmt. Insgesamt stieg die Zahl der Angesteckten in Italien auf rund 280, am Vorabend waren es noch etwa 220. Seit Montagabend sei er in einem Tessiner Krankenhaus isoliert, aber in einem stabilen Gesundheitszustand.

- Ansteckungsgefahr: Die Gefahr, sich in Deutschland mit Grippe- und Erkältungsviren anzustecken, ist nach wie vor ungleich höher als eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus.

"Wir müssen davon ausgehen, dass sich unter den von den Quarantänemaßnahmen Betroffenen auch deutsche Staatsangehörige befinden", hieß es am Dienstag aus dem Auswärtigen Amt. Die Experten wollen die italienischen Gesundheitsbehörden bei ihrem Kampf gegen das Virus und den Bemühungen um dessen Eindämmung unterstützen. Aber nicht nur in Tirol, auch in Kroatien ist zu Mittag ein Infizierter positiv getestet worden.

Schon Mitte Februar hatte es vom Robert Koch-Institut (RKI) geheißen, Ziel in Deutschland sei es, eine Erkrankungswelle hinauszuzögern, um zu vermeiden, dass die Covid-19- und die derzeitige Grippewelle zusammenfallen.

Innsbruck. Österreich hat seit Dienstag zwei bestätigte Coronavirus-Fälle.

Zugleich soll es zu keiner Grenzschließung zu Italien kommen, berichtete der österreichische Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Ende des Treffens mit mehreren europäischer Amtskollegen am Dienstag in Rom. Der Patient, ein junger Mann, halte sich mit leichten Symptomen in einem Krankenhaus in Zagreb auf, teilte Ministerpräsident Andrej Plenkovic am Dienstag mit.

In Deutschland wurden bislang 18 Infektionen gemeldet. In China war das Virus ursprünglich aufgetreten, dort gibt es mit Abstand die meisten Erkrankungen und Todesfälle.

Ein Deutscher steckte sich beim Urlaub auf der spanischen Insel La Gomera mit dem Coronavirus an. Weil wegen des Stopps der China-Flüge zwei der zwölf Langstreckenjets am Boden stehen, haben rund 150 bis 200 Mitarbeiter keine Arbeit.

In Baden-Württemberg ist erstmals ein Patient nachweislich an dem neuartigen Coronavirus erkrankt.

"Wir mussten spätestens seit den ersten Fällen in Bayern davon ausgehen, dass auch in Nordrhein-Westfalen mit einem Import von Infektionsfällen sowie weiteren Übertragungen und Infektionsketten zu rechnen ist", sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.

In Rom durchgeführte Tests bestätigten die Coronavirus-Infektion eines 31-jährigen Südtirolers.

14 Patienten sind inzwischen geheilt.

Am Montag stieg die Zahl der Toten durch das Coronavirus abermals sprunghaft an. Gesicherte Analysen zur Sterblichkeit aus anderen Ländern gibt es bisher aber nicht.

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