Husni Mubarak: Ägyptens Ex-Machthaber ist mit 91 Jahren gestorben

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Ägyptens früherer Langzeitmachthaber Husni Mubarak ist tot. Er starb im Alter von 91 Jahren in einem Militärspital in Kairo, wie das ägyptische Staatsfernsehen berichtete. Erst 30 Jahre später verlor er nach den landesweiten Protesten im Zuge des "Arabischen Frühlings" den Rückhalt des Militärs und musste abdanken. Gegen ihn liefen mehrere Prozesse, in denen er teilweise zu Haftstrafen verurteilt wurde. 2017 sprach ihn dann das oberste Gericht von dem Vorwurf frei, Mitschuld am Tod von mehr als 800 Demonstranten während der Aufstände gehabt zu haben, und ließ ihn frei.

Mubarak hatte nach der Ermordung seines Vorgängers Anwar Sadat im Jahr 1981 die Macht in Ägypten übernommen. Grund dafür waren vor allem seine Vermittlerrolle im Nahost-Konflikt und das Festhalten am Friedensvertrag mit Israel. Zudem wurde die Wirtschaft Ägyptens von der Weltwirtschaftskrise 2008 hart getroffen.

Nach der Entmachtung Mubaraks kam es in Ägypten erstmals zu freien Wahlen, bei denen die von Mubarak unterdrückten Muslimbrüder zusammen mit anderen islamistischen Parteien die Mehrheit erhielten. Viele angebliche Radikale aus den Vierteln der Unterschichten wurden festgenommen und weggesperrt. Gerade dadurch gewann die islamistische Organisation der Muslimbruderschaft zunehmend an Einfluss. Vor allem junge Menschen wandten sich während der arabischen Aufstände 2011 immer mehr gegen Mubarak. Repressionen gegen Oppositionelle und die Medien werden als härter empfunden als unter Mubarak.

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