Bundesgesundheitsminister Spahn zum Coronavirus (24.02.2020)

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Es handelte sich um die ersten beiden bestätigten Fälle in NRW. Das Paar wird seit der Nacht zu Mittwoch in der Uniklinik Düsseldorf behandelt. Die Kinder in dem Kindergarten, wo die Frau arbeitet, sollten getestet werden. Ihre Testergebnisse sollen noch am Donnerstag vorliegen. Das Paar habe zudem zwei Arztpraxen aufgesucht, der Mann sei vergangene Woche in der Kölner Universitätsklinik gewesen. Je nach Ergebnis dieser Tests würden die Behörden entscheiden, ob für weitere Personenkreise häusliche Quarantäne angeordnet wird.

In Deutschland waren schon vor einiger Zeit erste Infektionen mit Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann, nachgewiesen worden: vor allem bei einer Firma in Bayern, aber auch bei Rückkehrern aus Wuhan, die auf dem Frankfurter Flughafen gelandet waren und zur Quarantäne in eine Bundeswehrkaserne in Germersheim gebracht wurden. "Wir befinden uns am Beginn einer Corona-Epidemie in Deutschland", sagte der CDU-Politiker in Berlin. Verschärfend komme hinzu, dass die Infektionsketten teilweise nicht mehr nachvollziehbar sind und es eine Vielzahl von Personen gibt, die mit Infizierten Kontakt hatten.

Spahn: "Die Lage hat sich leider in den letzten Stunden geändert, das muss man leider sagen".

In der deutschen Hauptstadt rechnen Ärzte und leitende Beamte mit mehr Verdachtsfällen in den nächsten Tagen - die Situation sei "hochdynamisch", sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD): "Da die Pandemie nach der Entwicklung in Italien auch in Deutschland wahrscheinlicher geworden ist, müssen wir neue Maßnahmen ergreifen, um besonders gefährdete Teile der Bevölkerung zu schützen".

Vor diesem Hintergrund sei es fraglich, ob die bisherige Strategie zum Eingrenzen des Virus und zum Beenden der Infektionsketten weiter aufgehe.

Wegen des Verdachts auf eine Coronavirus-Erkrankung bei einem Reisenden ist am Mittwoch ein Regionalzug von Frankfurt nach Saarbrücken mit 70 Fahrgästen gestoppt worden. Daraufhin stoppten Bundespolizisten den Zug im Bahnhof Idar-Oberstein im südlichen Hunsrück.

Auch Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Rettungsdienste und Unternehmen verfügten über Pandemiepläne. Der Mann war von einer Italien-Geschäftsreise zurückgekehrt. Auf EU-Ebene genauer gesagt im Europäischen Wirtschaftsraum - Großbritannien einbezogen - gibt es 477 Corona-Infizierte, von denen 14 verstarben.

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