Brasilien - Sambaschule siegt in Rio mit afro-brasilianischem Thema

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Mit ihrer Parade zur Erinnerung an die Sklaverei in Brasilien haben die Tänzer der Schule Unidos do Viradouro den Wettbewerb der besten Sambaschulen beim Karneval in Rio de Janeiro gewonnen. In dem Defilee der Sambaschule schlugen auch zwei Polizisten auf einen traditionellen Jesus ein. "Es gibt viele Menschen, die gegen diese sehr extreme Regierung sind". Während dieser Zeit kommen Hunderttausende Touristen in die Stadt, um die Paraden im Sambadrome zu verfolgen oder auch wie hier bei den Straßenpartys mitzufeiern. Im ihrem ersten Amtsjahr stieg die Abholzung in Brasiliens Amazonasgebiet um rund 85 Prozent.

Bolsonaro hat die brasilianische Bevölkerung tief gespalten. Er attackiert zahlreiche Themen, die den Karnevalisten in dem südamerikanischen Land wichtig sind: Diversität, Homosexualität, Umweltschutz und Kunst.

In einem ihrer Lieder singt die Sambaschule von Jesus mit "schwarzem Gesicht, dem Blut der Ureinwohner und dem Körper einer Frau". Evangelikale Christen, die zu den wichtigsten Unterstützern Bolsonaros gehören, bezeichneten dies in einem Protestschreiben als "Blasphemie". Die Erzdiözese Rio schrieb dem Präsidenten der Liga der Sambaschulen. Eines ihrer Lieder richtet sich direkt gegen Bolsonaro und den Bürgermeister von Rio, Crivella: "Unsere Gemeinschaft hat keine Partei oder Fraktion, sie hat keinen Bischof und verbeugt sich vor keinem Kapitän". Der Karneval in Rio ist in den vergangenen Jahren immer politischer geworden. Derweil hält der Straßenkarneval in Rio de Janeiro bereits seit einer Woche an.

In der Nacht zum Dienstag präsentieren sich die anderen sechs Sambaschulen.

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