Regierung: Regierungskrise im Irak: Früherer Minister soll neue Regierung bilden

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Allawi war 2006 und von 2010 bis 2012 irakischer Kommunikationsminister und zählt damit für die Demonstranten zur Elite, der sie Korruption und Misswirtschaft vorwerfen. Er rief zudem die Demonstranten auf, solange zu protestieren, bis ihre Forderungen erfüllt seien. Er hoffe, dass das Volk den Ex-Minister als neuen Regierungschef akzeptiere und Geduld habe.

Er bat regierungskritische Demonstranten um die Fortführung ihrer Proteste. Der einflussreiche Schiitenführer Moktada al-Sadr sagte Allawi seine Unterstützung zu. Durch die Ernennung "lastet eine riesige historische Verantwortung auf meinen Schultern", sagte Allawi. Im Gegensatz dazu entstand in Bagdad umgehend Protest gegen den neuen Regierungschef.

Im Irak ist der ehemalige Kommunikationsminister Mohammed Allawi zum neuen Regierungschef berufen worden. Staatschef Barham Saleh beauftragte den 65-Jährigen mit der Bildung einer neuen Regierung. Zunächst bestätigten weder Saleh noch ein Vertreter der Übergangsregierung die Angaben. Zuvor hatte er sich in einer Videobotschaft an die regierungskritischen Demonstranten gewandt und sie aufgefordert, ihre Proteste fortzusetzen.

In einem Video auf Twitter versprach Allawi, die Korruption im Land zu bekämpfen und ein Datum für Neuwahlen festzulegen. Er versprach zudem, die Demonstranten zu schützen und die Verantwortlichen für den Tod zahlreicher Demonstranten zur Verantwortung zu ziehen.

Der bisherige Regierungschef Adel Abdel Mahdi hatte im November angesichts anhaltender Proteste seinen Rücktritt erklärt. Er führt aber weiter eine Übergangsregierung an. Präsident Saleh hatte dem tief zerstrittenen Parlament am Mittwoch eine Frist bis Samstag für die Nominierung eines neuen Regierungschefs gesetzt. Andernfalls wollte er selbst einen geeigneten Kandidaten benennen.

Allawi hat nun laut der irakischen Verfassung einen Monat Zeit, eine Regierung zu bilden.

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