Prime-Service: Amazon feiert Meilenstein

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Im vierten Quartal 2019 kletterte der Gewinn im Jahresvergleich um rund acht Prozent auf 3,3 Milliarden US-Dollar (3,0 Mrd Euro). Für den Konzern scheinen sich Investitionen in schnellere Warenlieferungen auszuzahlen. Die Zahl der Prime-Abonnementen kletterte im Vergleich zum Vorjahresquartal um etwa die Hälfte auf 150 Millionen. Sollte das Kursplus halten, dürfte der Kurssprung zugleich Bezos Vermögen auf geschätzte 129 Milliarden Dollar anschwellen lassen und seine Position als reichster Mensch der Welt festigen. Der Finanzbericht unterstrich dies nun.

So habe im Weihnachtsgeschäft die Zahl der Auslieferungen am Tag der Bestellung oder am Tag darauf gegenüber dem Vorjahr vervierfacht werden können, erklärte der Konzern am Donnerstagabend. Unter anderem gewann der Prime-Service, der beispielsweise schnelleren Versand verspricht, laut Bezos so viele neue Kunden hinzu wie noch nie zuvor. Die Web-Plattform AWS, Amazons Ertragsperle, die Cloud-Services an Unternehmen verkauft und in diesem Bereich Marktführer ist, steigerte die Einnahmen um 40 Prozent auf 10 Milliarden Dollar. Amazon steht im Cloud-Geschäft im scharfen Wettbewerb mit Microsoft und Google, weshalb die Wachstumsraten des einstigen Platzhirsches mit der Cloud nicht mehr so rasant klettern wie früher.

An diesem Tag hatte Amazon nämlich seine jüngsten Quartalszahlen inklusive den Zahlen des Weihnachtsgeschäfts veröffentlicht und damit alle Erwartungen der Börsianer übertroffen. Das operative Ergebnis der Sparte stieg um knapp ein Fünftel auf 2,6 Milliarden Dollar. Die Zahlen überraschten die Analysten, die mit mehr Druck durch massive Investitionen in die Logistik gerechnet hatten.

Die Amazon-Aktie schoss nachbörslich 13 Prozent nach oben. Denn der 56-Jährige hat es am Donnerstag geschafft, im Blitztempo sein ohnehin schon gigantisches Vermögen nochmal um mehrere Milliarden Dollar zu erweitern. Damit verzeichnet der Online-Shopping-Gigant zwar nach wie vor ein sehr starkes Wachstum, bleibt jedoch noch immer weit entfernt vom weltgrößten Einzelhändler Walmart. Dessen Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2019 zwar nur um knapp drei Prozent, lag mit 514,4 Milliarden Dollar aber weiter deutlich über dem von Amazon.

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