Weitere Opfer befürchtet: 175 Minderjährige von katholischen Ordenspriestern missbraucht

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Eine Studie spricht von "Missbrauchsketten" im Orden.

Mitglieder des erzkonservativen katholischen Ordens Legionäre Christi haben in den vergangenen acht Jahrzehnten mindestens 175 Minderjährige sexuell missbraucht. Der verstorbene Ordensgründer Marcial Maciel missbrauchte demnach 60 Minderjährige.

Nach Angaben der Kongregation machen die 33 Missbrauchstäter rund 2,5 Prozent aller 1.353 geweihten Priester der "Legionäre Christi" in der Geschichte aus. Für 45 Betroffene sei ein Prozess zur "Wiedergutmachung und Versöhnung" eingeleitet worden. Zusammen mit der Laienbewegung Regnum Christi mit weltweit rund 23.000 Mitgliedern bilden die Legionäre Christi eine sogenannte geistliche Familie. Es sei damit zu rechnen, dass weitere Taten ans Licht kommen.

Aus dem Bericht geht hervor, dass 18 der 33 beschuldigten Männer immer noch Teil der Organisation sind. Sie seien aber Ämtern enthoben worden, im Rahmen derer sie Kontakt zur Öffentlichkeit oder zu Minderjährigen hatten. Zu diesem Ergebnis sei eine interne Untersuchung gekommen, die den Orden von seiner Gründung im Jahr 1941 bis heute unter die Lupe genommen habe. Erste Vorwürfe gegen ihn tauchten schon in den 1980er Jahren auf. Gegen Ende seines Lebens und nach seinem Tod 2009 wurde bekannt, dass Maciel als Priester nicht nur mehrere Kinder hatte, sondern auch vielfachen sexuellen Missbrauchs schuldig war. Maciel galt als enger Vertrauter von Benedikts Vorgänger, Papst Johannes Paul II. 2008 starb er im Alter von 87 Jahren in den USA.

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