Streiks behindern Vorweihnachts-Reiseverkehr in Frankreich

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Auch am Wochenende vor Weihnachten fahren nur rund die Hälfte der Züge in Frankreich sicher. Premierminister Édouard Philippe hatte am Donnerstagabend Gewerkschaftsvertreter getroffen, um den Konflikt zu entschärfen - bei dem Gespräch zeichnete sich jedoch keine Lösung ab. Die Gespräche sollen nun Anfang des kommenden Jahres fortgesetzt werden - einige Gewerkschaften forderten eine Waffenruhe bis dahin. Mehrere Gewerkschaften hatten dazu aufgerufen, den Arbeitskampf fortzusetzen. Seit rund zweieinhalb Wochen lähmen Proteste und Streiks gegen die geplante Rentenreform der Mitte-Regierung von Emmanuel Macron das Land. In Paris gab es erneut massive Störungen im Nahverkehr, Bahngleise waren überfüllt und etliche Stationen blieben geschlossen. Die Menschen kommen nicht oder nur unter schwierigen Bedingungen zur Arbeit. "Es scheint mir, dass wir mit den Organisationen, die die Einführung des universellen Systems unterstützen, eine Vereinbarung treffen können", sagte Philippe. Auch der frühere Arbeitsminister Xavier Bertrand erhob schwere Vorwürfe gegen die Bahn: "Ganze Familien bleiben an Weihnachten getrennt", sagte er. Gleichzeitig verteidigte er die Reformpläne. Streikende soll voraussichtlich der 5. Januar 2020 sein.

Der Gewerkschaftsverband Unsa rief seine Anhänger zu einer Unterbrechung der Streiks bei der Staatsbahn SNCF auf. Unsa ist allerdings nur eine von mehreren Gewerkschaften, welche die Lokführer und andere SNCF-Mitarbeiter vertritt. Im Rest der Fälle drohen Fahrplanänderungen und Zugausfälle. Die Ausfälle und Verspätungen betreffen auch Fahrten von und nach Deutschland. Wie Frankreichs staatliche Bahngesellschaft SNCF mitteilte, fuhren im Schnitt nur etwa die Hälfte der Hochgeschwindigkeitszüge TGV.

Zuvor hatte die SNCF mitgeteilt, bis einschließlich 24. Dezember könnten allein reisende Kinder keinen Zug nehmen.

Für Hunderttausende könnte das bedeuten, dass sie an den Feiertagen ihre Familien nicht besuchen können. Die französische Bahn hat rund 200.000 Kunden aufgerufen, ihre Tickets für den 23. und 24. Dezember umzutauschen. Die Regierung will die Zersplitterung in 42 verschiedene Einzelsysteme beenden und ein Einheitssystem schaffen. Diese bringen zum Teil zahlreiche Sonderrechte mit sich. Er unterstützt das Vorhaben grundsätzlich, wendet sich aber gegen Pläne, die Franzosen dazu bewegen zu wollen, länger zu arbeiten. Umfragen zufolge ist eine Mehrheit der Franzosen gegen die Reform. Besonderer Streitpunkt ist das sogenannte Gleichgewichtsalter. Diese laufen auf eine Anhebung des Pensionseintrittsalters von 62 auf 64 Jahre hinaus. Während die Hardliner weiterhin die gesamte Reform ablehnen, stören sich die Gemäßigten eher an diesem Punkt.

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