Chinesische Sonderverwaltungszone Macau - Peking-treuer Regierungschef vereidigt

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Die chinesische Sonderverwaltungszone Macau hat das Ende der portugiesischen Kolonialzeit vor 20 Jahren gefeiert. Die aktuellen Proteste im benachbarten Hongkong sind indes nicht auf die Sonderverwaltungszone übergeschwappt - ganz im Gegenteil. Im Moment ist Macau abgeriegelt wie eine Festung, weil an diesem Freitag Chinas Staatspräsident Xi Jinping zur Feier des zwanzigjährigen Jubiläums erscheint. Zum zweiten Mal seit 2014 besucht Xi die einstige portugiesische Kolonie, und noch an Ort und Stelle hält er eine vierminütige Rede voll überschwänglichen Lobs. Xi lobte die politische Stabilität von Macau. Hongkong, so die unausgesprochene Botschaft, habe genau darin versagt. Nur eine Fährstunde entfernt liegt mit Hongkong die zweite Sonderverwaltungszone, beide Städte sind mit einer riesigen Brücke miteinander verbunden.

Oberflächlich betrachtet unterscheiden sich die zwei Sonderverwaltungszonen vor allem in der Größe: Mit kaum mehr als 30 Quadratkilometern und rund 650 Tausend Einwohnern ist Macau der kleinere Bruder.

Auch hat Macau im Vergleich zu Festlandchina einen vergleichsweise robusten Rechtsstaat und freie Medien. Seit Beginn der Aufstände in Hongkong haben bereits viermal Anhänger der schwachbrüstigen Zivilgesellschaft Macaus zu Solidaritätsmärschen aufgerufen, darunter auch gegen die Polizeigewalt in Hongkong.

Läden in einer Dezembernacht im chinesischen Macau. Doch die Lokalregierung verhinderte sämtliche Veranstaltungen. Jeder Bürger erhält seit jüngstem ein bedingungsloses Grundeinkommen von umgerechnet rund 1100 Euro. Die Einnahmen aus Kasinos sind in Macau größer als in Las Vegas. Dann übernahm China die Macht, wie zwei Jahre zuvor in der britischen Kronkolonie Hongkong. Unterstützt durch Sozialwohnungen und bessere Schulen, identifizierten sich immer mehr Lokalbewohner mit der britischen Verwaltung - und entfremdeten sich vom kommunistischen Festland.

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