Wegen Dschungelcamp-Reise: Lehrerin verliert ihren Beamtenstatus

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Die als Zeugin in einem Prozess gegen ihre Mutter (l) geladene Nathalie Volk (r) steht vor dem Landgericht. Die Lehrerin sei zu Recht vorläufig vom Dienst suspendiert worden, entschieden die Richter damals. Im Strafverfahren wurde sie bereits rechtskräftig verurteilt.

Beim Oberverwaltungsgericht (OVG) geht es im Disziplinarverfahren um die endgültige Entfernung der Beamtin aus dem Dienst - wie von der Landesschulbehörde angestrebt.

Weil eine Lehrerin aus Soltau sich krankgemeldet hatte, um ihre Tochter ins australische "Dschungelcamp" zu begleiten, entzog das Verwaltungsgericht Lüneburg ihr nun den Beamtenstatus. Die Berufung wurde nun als unbegründet zurückgewiesen. Damit sei die disziplinarrechtliche Höchstmaßnahme gerechtfertigt, so Schmidt. Die Frau habe der Lehrerschaft und dem gesamten öffentlichen Dienst erheblichen Schaden zugefügt.

"Sie verliert mit dem Urteil von heute ihre Pensionsansprüche", erklärte am Dienstag Bianca Trogisch, Sprecherin der Landesschulbehörde in Lüneburg: "Mit dem Ende des Monats Dezember wird die Zahlung der Bezüge eingestellt". Nach dem Urteil muss sie auch für die Prozesskosten aufkommen.

Im Strafverfahren war die Lehrerin bereits rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen von je 60 Euro verurteilt worden. Das Oberlandesgericht Celle bestätigte im August 2018 die vom Landgericht Lüneburg verhängte Geldstrafe und verwarf eine Revision.

Weil sie ungerechtfertigt dem Dienst ferngeblieben war, sei das Vertrauen ihres Dienstherrn und der Allgemeinheit verloren, befand das Verwaltungsgericht im vergangenen April. In einem Schreiben hatte sich die Pädagogin entschuldigt. Auch wenn der Befund im Attest nicht gestimmt habe, so sei sie doch krank gewesen, hieß es darin. Schüler warfen der Lehrerin vor, ihre Leistungsklasse kurz vor dem Abi im Stich gelassen zu haben. Nach Angaben eines Gerichtssprechers bleibt der Frau noch der Gang zum Bundesverfassungsgericht, sollte sie ihre Grundrechte verletzt sehen. Ob sie einen solchen Schritt plant, wollte ihr Anwalt nicht kommentieren.

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