Wirtschaft: Osram-Übernahme: ams unternimmt neuen Anlauf

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Der Osram-Vorstand und auch die Arbeitnehmervertreter sollen mehr Mitspracherechte erhalten - etwa bei der Frage, ob die Digitalsparte verkauft werden soll. Auch die im Osram-Vorstand umstrittene Verlagerung der Chipfertigung aus dem neuen, aber schlecht ausgelasteten Werk im malaysischen Kulim nach Regensburg soll noch einmal auf den Prüfstand. Beide Aspekte gehörten zu den Hauptkritikpunkten, die Osram bei der ersten Offerte geäussert hatte. Während die im MDax gelistete Osram-Aktie am Nachmittag weitgehend unverändert war, lagen die in Zürich gelisteten AMS-Papiere rund 2 Prozent im Plus. Die Traditionsmarke "Osram" soll Teil des Namens des fusionierten Konzerns werden. Sowohl die Finanz-, IT- und Personalabteilung als auch die Marktkommunikation- und Patentabteilung sollen ihren Hauptsitz in München haben. Auch das Osram-Management um Vorstandschef Olaf Berlien hatte sich kritisch zur Strategie geäußert.

Im Übernahmekampf um Osram geht der Großaktionär AMS auf den Lichttechnikkonzern zu.

Die IG Metall und der Osram-Betriebsrat hatten die erste Offerte entschieden abgelehnt. Die Gewerkschaft befürchtet eine Zerschlagung und einen Stellenabbau.

Zu den Inhalten des neuen Angebots wollte sich Osram am Donnerstag nicht näher äussern. Osram-Vorstand und -Aufsichtsrat wollen - wie üblich - innerhalb von zwei Wochen offiziell zu dem Angebot Stellung nehmen. Derzeit befinde sich das Unternehmen in konstruktiven Gesprächen mit AMS und verhandele gemeinsam eine Kooperationsvereinbarung. "Wir begrüßen die bisherigen Verhandlungsergebnisse und hoffen, die Vereinbarung bald finalisieren zu können".

Der österreichische Sensorspezialist AMS legt wie erwartet ein neues Übernahmeangebot für Osram Börsen-Chart zeigen vor. AMS sieht darin weiterhin eine "strategische Logik".

AMS hält derzeit knapp 20 Prozent an Osram und ist durch gezielte Aktienkäufe zum grössten Aktionär aufgestiegen. Erst am Mittwochabend war bekanntgeworden, dass der Vermögensverwalter Allianz Global Investors (AGI) seine Anteile am Lichtkonzern fast halbiert hat. Wer die Aktien übernommen hat, ist unklar.

Die Aktionäre des Leuchtenherstellers können ihre Anteile vom 7. November bis zum 5. Dezember anbieten. Die Bedingungen für das Gebot bleiben so, wie sie am 18. Oktober angekündigt wurden. Die IG Metall gab sich erneut skeptisch, dass sich AMS den mehr als doppelt so großen Osram-Konzern ohne Stellenkahlschlag einverleiben kann. Allerdings will das Unternehmen aus Premstätten bei Graz die Mindestannahmeschwelle auf 55 Prozent senken, nachdem die zunächst festgelegte Schwelle von 62,5 Prozent verfehlt worden war. Damit Die bewertet AMS Osram mit insgesamt rund 4,6 Milliarden Euro.

AMS verspricht sich von dem Zusammenschluss unter anderem Einsparungen von 240 Millionen Euro pro Jahr.

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