Fleckfieber durch Stich einer Riesenzecke

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Ein Pferdehalter aus dem Raum Siegen soll durch den Stich einer tropischen Riesenzecke an Fleckfieber erkrankt sein.

Der Mann konnte den rund zwei Zentimeter großen Parasiten entfernen und schickte das Exemplar an die Zeckenforscher der Universität Hohenheim in Stuttgart.

Im vorliegenden Fall war ein Pferdebesitzer im Juli 2019 von einer Hyalomma-Zecke gebissen worden. Der Mann konnte konnte erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden.

"Damit wissen wir jetzt nicht nur sicher, dass die Hyalomma-Zecke auch Menschen sticht", sagte Prof. Dr. Ärzte müssten künftig eine Infektion als mögliche Ursache in Betracht ziehen und entsprechend wachsam sein, sagte sie.

Ursache für Zecken-Fleckfieber ist das Bakterium Rickettsia aeschlimannii, das zu einem fieberhaften Infekt mit Kopf- und Muskelschmerzen sowie extremen Gelenkschmerzen führt.

Die Zahl gefundener Hyalomma-Zecken ist in Deutschland in den vergangenen Monaten und im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. "Letztes Jahr waren es insgesamt 35", sagt Mackenstedt.

Von den 2019 gefundenen Exemplaren trägt laut Mackenstedt fast jedes zweite den Fleckfieber-Erreger in sich. Die Bundesbürger sollten nun aufpassen, ob sie diese Zecken zu Gesicht bekommen.

Dank der Klimaerwärmung breiten sich bei uns immer mehr Mücken- und Zeckenarten aus, die ursprünglich nur in tropischen Gefilden heimisch waren. Forschende der Universität Neuenburg hatten damals festgestellt, dass Hyalomma-Zecken mit Zugvögeln in die Schweiz kommen. Die Zecken könnten mit Klebestreifen auf Papier fixiert und eingeschickt werden: "tot oder lebendig", Hauptsache aber nicht zerquetscht, twitterte das Institut. Systematisch erfasst wird das Vorkommen dieser Zeckenart hierzulande bisher jedoch nicht.

Der aktuelle Fall des Pferdehalters aus dem Sauerland gilt offiziell allerdings nur als Verdachtsfall, weil ein Direktnachweis des Erregers am Patienten nach Angaben der Experten nicht möglich war. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts ist Zecken-Fleckfieber in Deutschland höchst selten.

Die Hyalomma-Zecken stammen aus den Trocken- und Halbtrockengebieten von Afrika, Asien und Südeuropa - von Spanien über Italien bis zur Türkei.

Mit ihren gestreiften Beinen sind die Hyalomma-Zecken eine auffällige Erscheinung, sie sind zudem viel größer als der heimische Holzbock (Ixodes ricinus).

Die Zecken "Gemeiner Holzbock" (links) und "Hyalomma marginatum" liegen zum Größenvergleich nebeneinander.

Das Krim-Kongo-Fieber (oder hämorrhagisches Krim-Kongo-Fieber) ist eine schwere virale Infektionskrankheit, die durch das gleichnamige Virus ausgelöst wird und zu den sogenannten viralen hämorrhagischen Fieber gehört. Die von ihm übertragenen Erreger können Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) auslösen.

Der Aufruf von Parasitologin Ute Mackenstedt richtet sich zwar nur an Menschen in Deutschland, doch die Infos zur Hyalomma-Zecke sind auch für Personen in der Schweiz wichtig.

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