Sixtus macht zu wenig Umsatz:Philipp Lahm muss Unternehmen umbauen

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Bei einer Verhandlung vor dem Holzkirchener Arbeitsgericht wurde einem Zeitungsbericht zufolge offenbar, dass der Pflegeprodukthersteller Sixtus tief in Schwierigkeiten steckt.

Rückschlag für den früheren Nationalmannschaftskapitän Philipp Lahm: Mit Sixtus entlässt eines seiner Unternehmen fast alle Mitarbeiter und stellt die eigene Produktion ein - aus wirtschaftlichen Gründen.

Das Sortiment soll massiv eingedampft werden: Von ehemals mehr als 200 Präparaten auf nur noch acht, die auch nicht mehr selbst hergestellt werden sollen.

Von derzeit rund 32 Mitarbeitern der Firma Sixtus sollen bis 2020 nur noch eine Teilzeitkraft und ein Azubi übrig bleiben. Die Herstellung der verbliebenen acht statt 220 Produkte wie Shampoos und Pflegeöle werde in Zukunft eine Drittfirma übernehmen, um Kosten zu sparen. Die Eigenproduktion sowie den Außendienst stellt das Unternehmen komplett ein. Aus rund 3000 Kunden sind zwei Großkunden übrig geblieben, die weiterhin die Pflegeprodukte von Sixtus vertreiben. Sixtus war 1931 von einem Drogist und einem Apotheker gegründet worden, in den Jahren 1952 und 1972 stattete die Firma die deutsche Olympiamannschaft aus. Sieben Mitarbeiter des Unternehmens hätten Klage gegen ihre betriebsbedingte Kündigung eingereicht, darunter ein 61 Jahre alter Maschinenschlosser und ein 55-Jähriger, der seit 14 Jahren in der Firma beschäftigt gewesen sei. Sixtus habe zuletzt "erhebliche Verluste" eingefahren, wird Baudisch im "Merkur" zitiert. Den für den Status Quo notwendigen Jahresumsatz in Höhe von vier Millionen Euro habe man 2018 nicht erzielen können.

Als Lahm, der auch Anteile am Naturkosthersteller Schneekoppe hält, im Frühjahr 2015 zunächst mit 50 Prozent ins Unternehmen einstieg, stabilisierte sich die Lage etwas. Zwei Jahre später er dann alleiniger Gesellschafter bei Sixtus. Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit ist der 35-Jährige aktuell unter anderem Chef des Organisationskomitees für die Fußball-Europameisterschaft 2024 in Deutschland. Discount-Marktführer Aldi verkauft in seinen Filialen im ganzen Bundesgebiet 15 Bioprodukte des Herstellers.

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