Rote Zahlen bei Vapiano! Können diese 30 Millionen Euro helfen?

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Die angeschlagene Kölner Restaurantkette Vapiano kann auf Rückendeckung zählen: Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben verbindliche Kreditzusagen im Gesamtvolumen von rund 30 Millionen Euro erhalten. Vapiano bekommt damit eine dringend benötigte Finanzspritze. Die Verhandlungen über das für die finanzielle Restrukturierung und strategische Neuausrichtung des Unternehmens notwendige Geld hatten sich über Wochen hingezogen. Zu den größten Anteilseignern Vapianos gehören Beteiligungsfirmen des Tchibo-Erben Günter Herz und der Wella-Erbin Gisa Sander. Dank dieser stabilen Ankeraktionäre war davon ausgegangen worden, dass Vapiano trotz schlechter Geschäfte an frisches Geld kommt.

Die seit langem erwartete und mehrfach vertagte Vorlage des Jahresabschlusses verschiebt sich aber erneut. Ziel sei, "Vapiano zurück auf einen profitablen Wachstumspfad zu bringen und unsere Marke wieder erfolgreich bei unseren Gästen zu positionieren".

Aufgrund weiterer Anforderungen an die Dokumentation der ausgehandelten Refinanzierung werde der Jahres- und der Konzernabschluss der Vapiano SE für 2018 erst am 18. Juni 2019 veröffentlicht - und nicht wie angekündigt am heutigen Freitag. Der Termin für die ordentliche Hauptversammlung werde noch gesondert angekündigt. Damit seien die Weichen für die Zukunft gestellt, erklärte Firmenchef Cornelius Everke.

Vapiano, deutscher Branchenprimus der Systemgastronomie, steckt in einer tiefen Krise: Auch aufgrund von Abschreibungen in Höhe von rund 33 Millionen Euro ist der Verlust des Kölner Unternehmens 2018 "deutlich" höher ausgefallen als im Vorjahr, hieß es bereits im Februar per Ad-hoc-Meldung - 2017 verlor die Restaurantkette fast 30 Millionen Euro. Alle Restaurants würden "hinsichtlich ihrer Ertragskraft geprüft", teilt Vapiano auf Anfrage mit. Zehn Millionen Euro waren bereits Ende 2018 zugesagt worden. Der Umsatz lag zuletzt bei 370 Millionen Euro. Auf bestehender Fläche, also ohne Neueröffnungen, war das ein Minus von einem Prozent. Nach dem Börsengang im Jahr 2017 expandierte Vapiano offenbar zu schnell: Die schwache Entwicklung neu eröffneter Restaurants belastet aktuell das Ergebnis.

Viele der neuen Läden wurden zu Verlustbringern, zudem ärgerten sich Kunden mancherorts über lange Wartezeiten. Der neue Chef will die Firma samt Menükarte verschlanken und Abläufe effizienter machen.

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