Noch-Daimler-Chef Zetsche bekräftigt Sparanstrengungen 22 Mai 2019

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Zetsche stand mehr als 13 Jahre an der Spitze des Autobauers. "Alles steht auf dem Prüfstand", sagte er bei der Hauptversammlung in Berlin. Für 2018 hatte Zetsche im Februar einen deutlichen Gewinneinbruch verkünden müssen, und auch 2019 läuft es bisher nicht gut. Wie die genau aussehen werden, erläuterte er auch gestern nicht. Deshalb müssten im gesamten Unternehmen die Ausgaben sinken. Er wird sein Amt heute an den bisherigen Entwicklungschef Källenius abtreten. Seine Amtszeit begann offiziell mit dem Ende der Hauptversammlung. Im Laufe des Jahres startet auch in Peking die Serienproduktion. Er übernahm Daimler in einem desolaten Zustand, räumte kräftig auf, meisterte die teure Scheidung von Chrysler und die Finanzkrise.

Dabei geht Daimler bei der Elektromobilität voll in die Offensive. Erklärtes Ziel: Daimler soll bis 2039 CO2-neutral sein. Eine neue Struktur mit drei rechtlich eigenständigen Sparten unter dem Dach der Daimler AG soll den Autobauer flexibler machen - eine für Autos und Vans, eine für Trucks und Busse und eine für Finanz- und Mobilitätsdienstleistungen.

Im Kommentar zu den Clip, der auf den Social Media Kanälen des Unternehmens gepostet wurde, heißt es mit einem Augenzwinkern, im Ruhestand könne man die Vergangenheit hinter sich lassen und die Zukunft umarmen. Sein "Projekt Zukunft", das die Aktionäre gestern abgesegnet haben, soll den Konzern auf kommende Herausforderungen vorbereiten. So eroberte Mercedes-Benz 2016 die Krone des weltweit größten Premiumautobauers vom Rivalen BMW zurück.

Zetsches Erfolge sind auch unter den Aktionären unbestritten, dennoch musste sich der langjährige Vorstandschef an seinem letzten Tag auch viel Kritik anhören. Ein Vorwurf: Unterm Strich bleibe bei Daimler zu wenig übrig - nicht nur im Moment.

Aktionärsvertreter wie Janne Werning, Analyst der genossenschaftlichen Fondsgesellschaft Union Investment, sind skeptisch: "Wieder einmal außer Spesen nichts gewesen bei Daimler?", fragte er.

Acht bis zehn Prozent Rendite etwa soll die Autosparte eigentlich bringen.

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