Monsanto-Kritiker: Listen in sieben EU-Ländern

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Die von Bayer beauftragte Anwaltskanzlei Sidley Austin soll nun untersuchen, ob es in weiteren Ländern derartige Listen gegeben hat. Ende vergangener Woche fiel nach Bayer-Angaben die Entscheidung, die Zusammenarbeit auf den Gebieten Communications und Public Affairs "bis auf Weiteres" zu beenden.

Man gehe derzeit davon aus, dass die PR-Agentur Fleishman Hillard Listen mit Firmengegnern aus Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Polen, Spanien und Großbritannien für Monsanto erstellt hat, teilte der Mutterkonzern Bayer mit. Koordiniert werde die Arbeit vom Brüsseler Büro der Kanzlei.

Düsseldorf - Auf den vom US-Saatgutkonzern Monsanto erstellten Listen mit Kritikern sind für Deutschland rund 300 Namen von Politikern, Journalisten und Umweltschützern aufgeführt.

Dazu soll es ebenfalls eine Liste mit Kritikern im Umfeld der EU-Institutionen geben.

Monsanto habe die Kritiker "erziehen" und besonders hartnäckige Gegner "überwachen" wollen, berichtete der Sender France 2.

Eine geheime Liste unerwünschter Kritiker seiner Tochtermarke Monsanto bringt den Bayer-Konzern in Bedrängnis. Er hat eine interne Untersuchung anordnen lassen. Der grüne Bundestagsabgeordnete Harald Ebner will nicht mehr warten: Warum er nicht heute oder morgen erfahren könne, ob er auf einer der Listen stehe? "Wenn der Verdacht entsteht, dass die Daten erst noch geschönt oder bereinigt werden sollen, ist dem Bayer-Image wenig geholfen", warnte der Pestizidexperte.

Bayer arbeitet weiterhin mit Fleishman Hillard in verschiedenen Feldern zusammen.

Bayer hatte Monsanto vergangenes Jahr für eine Rekordsumme von 63 Milliarden Dollar (56 Milliarden Euro) gekauft. Bayer weist das zurück. Das Unternehmen sieht sich Tausenden Klagen in den USA wegen angeblicher Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter gegenüber.

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