Kunden müssen sperrige Produkte bei Mängeln nicht zurücksenden

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Der Europäische Gerichtshof hat die Rechte von Verbrauchern gestärkt: Sie müssen mangelhafte Produkte, die sperrig oder schwer zu transportieren sind, nicht unbedingt zurückschicken. Das hat der Europäische Gerichtshof in Luxemburg entschieden.

Wieder einmal haben die Richter des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) eine konsumentenfreundliche Entscheidung getroffen. Letztlich komme es aber auf das jeweilige Produkt und den Einzelfall an.

Der EuGH sieht die Verkäufer in der Pflicht, sich um den Rücktransport defekter Ware zu kümmern, wenn diese schwer zu transportieren ist.

Die obersten EU-Richter befassten sich am Donnerstag mit einem Fall aus Deutschland. Ein Mann hatte per Telefon ein seiner Meinung nach mangelhaftes Partyzelt gekauft. Er verlangte die Beseitigung des Schadens oder die Lieferung eines neuen Zeltes - allerdings, ohne das Zelt zurückzusenden oder dies auch nur anzubieten.

Der Fall beschäftigte schließlich das Amtsgericht im schleswig-holsteinischen Norderstedt, welches das Verfahren an den EuGH verwies. Daher wollte es von den Luxemburger Richtern wissen, an welchem Ort und unter welchen Bedingungen ein Verbraucher mangelhafte Ware zurückgeben kann, die per Telefon oder im Internet gekauft wurde. Das Norderstedter Gericht hatte Zweifel daran, dass der Käufer verpflichtet sei, dem Käufer die sperrige Ware zurückzusenden. Allerdings sei es in Ordnung, wenn er die Transportkosten vorstrecken müsse - sofern diese nicht so hoch seien, dass sie ihn von vornherein davon abhalten könnten.

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