Großbritanniens zweitgrößter Stahlhersteller ist pleite und wird abgewickelt - Wirtschaft

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Der unter Druck geratene Stahlkonzern British Steel braucht einem Insider zufolge kurzfristig eine Finanzspritze des Staates. British Steel wird von Finanzinvestoren kontrolliert und beschäftigt rund 4000 Mitarbeiter. Der britische Wirtschaftsminister Greg Clark sagte zu der Entwicklung, die Regierung habe "unermüdlich" gemeinsam mit British Steel, den Eigentümern Greybull Capital und Kreditgebern "alle möglichen Optionen für eine Lösung" für das finanziell angeschlagene Unternehmen ausgelotet. Dieser habe zu "erheblichen Ungewissheiten" geführt, teilte British Steel vergangene Woche mit.

Größter Standort des Unternehmens ist ein Stahlwerk in Scunthorpe im strukturschwachen Nordosten Englands. Die Regierung in London verweigert einen Notkredit in letzter Sekunde. Unternehmensvertreter warnen seit langem, die Brexit-Hängepartie sei Gift für den britischen Wirtschaftsstandort. Zur Stabilisierung der Finanzen hatte der Investor die britische Regierung zunächst um ein Darlehen in Höhe von 75 Millionen Pfund gebeten, diesen Betrag dann aber auf 30 Millionen Pfund reduziert. Das Unternehmen benötigte das Geld, um seine Verbindlichkeiten im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems fristgerecht zu begleichen. Bis auf Weiteres blieben die Mitarbeiter beschäftigt.

British Steel hatte ein Rettungspaket angefordert, um etwa Risiken rund um den geplanten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union abzufedern.

Der Name British Steel erinnert an den großen britischen Stahlhersteller, der 1967 durch die Verstaatlichung aus kleineren Privatfirmen entstand. Mitte der achtziger Jahre stand der Staatsriese im Zentrum der gewaltsamen Bergarbeiterstreiks in Großbritannien. Corus wurde wiederum 2007 von Tata Steel gekauft, das heute der größte britische Stahlproduzent ist und zur indischen Tata-Gruppe gehört.

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