Handelskrieg: Trump erhöht Druck - China in der Offensive - Wirtschaft

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Die USA werfen China unter anderem Diebstahl geistigen Eigentums vor und beklagen das hohe Handelsdefizit mit der Volksrepublik. Als Reaktion auf neue US-Zölle erhöht Peking seine Importgebühren auf US-Waren.

Im Handelskrieg mit den USA schlägt China zurück. Die USA exportierten 2018 Waren im Wert von 120 Milliarden US-Dollar nach China, die heute schon weitgehend mit "Gegenzöllen" belegt sind. Die "Anpassung" sei eine "Antwort auf den US-Unilateralismus und Handelsprotektionismus", teilten die Behörden in Peking weiter mit. US-Präsident Donald Trump hatte die Regierung in Peking vor Gegenmaßnahmen gewarnt. Die USA hätten aber das Recht dazu. Er verhängte deshalb bereits Strafzölle auf Stahl und Aluminium und droht mit Aufschlägen auf europäische Autos von bis zu 25 Prozent, die besonders die deutschen Hersteller treffen würden. Hintergrund sei ein Versuch Chinas gewesen, in den Gesprächen über ein gemeinsames Handelsabkommen nachzuverhandeln. Ein anderer - inzwischen ehemaliger - Trump-Berater schaut in eine dunklere Zukunft: "Die Tage der weichen China-Politik sind vorüber", sagte Stephen Bannon, der Trump zu seinem letzten Wahlsieg führte. Dann sei seinen nach China gereisten Unterhändlern erklärt worden, dass es noch einmal um Dinge gehen sollte, die bereits komplett besprochen worden seien. In einem Tweet nach den Gesprächen am Freitag schrieb Trump, er habe weiterhin eine "starke Beziehung" zum chinesischen Präsidenten Xi Jinping.

In der Nacht zum Freitag hatten die USA die Anhebung der Sonderabgaben auf Importe aus China im Wert von 200 Milliarden Dollar in Kraft gesetzt. Je nach Produkt gelten dann Zölle von 10, 20 oder 25 Prozent.

Nach der Erhöhung der Zölle durch die USA sei China jetzt gezwungen, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Zollstreit zwischen USA und China: Das müssen Sie über Freihandel und Zölle wissen. Auch treten sie erst in drei Wochen in Kraft, sodass noch Zeit für Verhandlungen bleibt.

Im Handelsstreit fordern die USA wegen ihres grossen Handelsdefizits mit China grösseren Marktzugang, einen besseren Schutz von Urheberrechten und Geschäftsgeheimnissen oder auch zusätzliche Bemühungen, um zwangsweisen Technologietransfer zu verhindern. Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer berichtete kurz darauf, Trump habe in einem weiteren Schritt auch angeordnet, 25-prozentige Abgaben auf weitere Waren im Wert von rund 300 Milliarden Dollar zu erheben - und damit auf alle chinesischen Importe.

Während sich die Fronten verhärten, warnte Trump die chinesische Seite vor den Konsequenzen, sollte es keine Einigung geben.

Ohne einen Deal würden sich Firmen gezwungen sehen, dass Land zu verlassen, schrieb Trump weiter. "Wir hoffen immer noch auf ein Wirtschaftsabkommen, das Zölle auf beiden Seiten senkt", merkte Löwy an.

Kudlow ist im Verlauf des Handelskonflikts allerdings schon mehrfach als zu optimistisch aufgefallen. Chinas Unterhändler Liu He hat die US-Seite nach Peking eingeladen, aber einen Termin gibt es noch nicht. Die Chancen, dass sich Trump und Xi in Osaka am 28. und 29. Juni persönlich unterhalten, seien "wahrscheinlich ziemlich gross", sagte Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow am Sonntag im Sender Fox News.

Experten warnen vor schädlichen Auswirkungen des Zollkrieges nicht nur auf China und die USA, sondern auch auf Deutschland und den Rest der Welt. China werde seine Interessen und seine Souveränität in den Verhandlungen verteidigen, sagte Wang der Agentur Interfax zufolge.

Rund sieben Millionen Arbeitsplätze in den USA stehen in Zusammenhang mit dem Handel mit China; geschätzt 39 Millionen sind insgesamt vom Warenaustausch mit dem Ausland abhängig. "Die Deadline für die Autozoll-Entscheidung ist der 18. Mai (Samstag), aber die Frist kann verlängert werden". Vor dem Ende der jüngsten Gesprächsrunde hatte Trump am Freitag mit Blick auf die Gespräche auf Twitter geschrieben: "Es gibt überhaupt keinen Grund zur Eile". Die USA wollten sich darauf konzentrieren.

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