Ärger um Monsanto in Frankreich: Bayer bitte um Entschuldigung

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Monsanto wird laut Medienberichten vorgeworfen, eine geheime Liste mit rund 200 Kritikern angelegt zu haben, um später auf diese einzuwirken. In Frankreich haben Vorermittlungen gegen den amerikanischen Saatgut- und Pestizidhersteller wegen illegaler Erfassung privater Daten begonnen.

Hintergrund sind Ermittlungen der französischen Staatsanwaltschaft, die am Freitag eine vorläufige Untersuchung gegen Monsanto eröffnete. Auch die damalige französische Umweltministerin Ségolène Royal stand auf der Liste - als "null beeinflussbar", wegen ihrer ablehnenden Haltung zu dem umstrittenen Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat.

Laut einem Bericht des Senders France 2 wollte Monsanto kritische Politiker, Wissenschaftler und Journalisten "erziehen", besonders hartnäckige Gegner sogar "überwachen".

Die Klage gegen Monsanto wegen Spitzelei und Datenmissbrauch hatten Le Monde und ein Journalist, der auf der Liste stand, angestrengt. "Nach einer ersten Analyse verstehen wir, dass ein solches Projekt Bedenken und Kritik ausgelöst hat", teilte Bayer mit. "Dies ist nicht die Art, wie Bayer den Dialog mit unterschiedlichen Interessengruppen und der Gesellschaft suchen würde".

Auch wenn es derzeit keine Hinweise gebe, dass die Erstellung dieser Listen gegen gesetzliche Vorschriften verstoßen habe, werde Bayer eine externe Anwaltskanzlei damit beauftragen, das von Monsanto verantwortete Projekt zu untersuchen. "Wir bitten daher um Entschuldigung". Die Kanzlei werde allen in den Listen aufgeführten Personen Auskunft geben, welche Informationen von ihnen gespeichert worden seien.

Der Leverkusener Konzern steht wegen der milliardenschweren Übernahme von Monsanto ohnehin unter Druck.

Der Bayer-Konzern hat sich in Frankreich für das Verhalten des von ihm übernommen US-Unternehmens Monsanto entschuldigt. Seitdem reißt der Ärger nicht ab. In den USA sieht sich Bayer wegen der angeblich krebserregenden Wirkung des Unkrautvernichters Glyphosat, der von der Tochter Monsanto entwickelt wurde, mit etwa 13.400 Klägern konfrontiert.

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