Brexit-Partei überflügelt Volksparteien vor Europawahl | Politik

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Die Zeit für Gespräche mit der Opposition sei zu knapp. Die britische Premierministerin Theresa May hatte Williamson Anfang Mai wegen der angeblichen Weitergabe geheimer Informationen an die Presse gefeuert.

Seit mehreren Wochen verhandelt die Regierung inzwischen mit der Labour-Opposition über einen Kompromiss, um das Abkommen zum EU-Austritt doch noch durchs Parlament zu bringen - bisher ohne Erfolg. Drei Mal hatten die Abgeordneten den Deal bereits abgelehnt. Nach derzeitigem Stand müsste Großbritannien spätestens Ende Oktober die EU verlassen. Eigentlich hätte im Vereinigten Königreich gar keine EU-Wahl mehr stattfinden sollen.

Letzte Woche gab der britische Vizepremierminister David Lidington bekannt, dass sein Land am 23. Mai auf jeden Fall an der Europawahl teilnehmen wird. May muss sich mit ihren Konservativen auf eine heftige Schlappe einstellen. Der Europaparlamentarier Farage setzte sich früher als Chef der Partei UKIP maßgeblich für den Brexit ein, als die Bevölkerung 2016 in einem Referendum mit knapper Mehrheit dafür votierten.

Er glaube, dass die Brexit-Partei die Europawahl gewinnen könne. Die Labour-Partei würde demnach mit 21 Prozent weit abgeschlagen auf Platz zwei landen.

Die konservative Partei der britischen Premierministerin Theresa May verliert in Umfragen vor der Europa-Wahl immer weiter an Zustimmung. Die größte Oppositionspartei fährt in der Brexit-Frage jedoch zugleich einen Schlingerkurs, der es Brexit-Gegnern und -Befürwortern recht machen soll. Die Stimmen von proeuropäischen Wählern hingegen verteilen sich auf mehrere Parteien, unter anderem auf Labour, die Liberaldemokraten und die neu gegründete Partei Change UK. Auch hier ist die Brexit-Partei führend, die Analyse beziffert deren Stimmanteil mit 29 Prozent allerdings etwas niedriger; die der etablierten Parteien dagegen etwas höher: Labour liegt bei 25 Prozent der Stimmen, die Tories bei 14 Prozent. Das ergab demnach eine Umfrage des Instituts ComRes. Für die Sitzverteilung im Parlament ist die Gesamtzahl der Stimmen jedoch nur bedingt aussagekräftig, weil das britische Wahlsystem nur Direktmandate kennt. Die etablierten Volksparteien mit ihren prominenten Kandidaten und ihrer landesweit gut organisierten Parteistruktur werden dadurch massiv bevorzugt.

Die Zeitung "Observer " veröffentlichte eine Umfrage, derzufolge Farage mehr Stimmen erhielte als die regierenden Konservativen und die oppositionelle Labour-Partei zusammen.

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