IPhone-Verkäufe: Apple wird zu Weihnachten weniger Smartphones los

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Hauptproblem ist die Absatzschwäche in China.

Ein chinesischer Mann benutzt am 1. Januar sein iPhone, um ein Foto zu machen, während er am Yonghegong Lama Temple in Peking betet. Der Konzern hatte bereits angekündigt, vom Weihnachtsquartal an keine Stückzahlen verkaufter Geräte mehr zu veröffentlichen - was von einigen Marktbeobachtern als Zeichen für eine Abschwächung beim iPhone-Absatz gewertet wurde.

Der amerikanische Elektronikkonzern Apple hat am Mittwoch mit einer Prognosesenkung für das wichtige Weihnachtsgeschäft die Investoren überrascht. "Dies hatte einen deutlichen größeren Einfluss als von uns erwartet", so Cook. Das hat CEO Tim Cook in einem ungewöhnlich offenen Brief an Investoren mitgeteilt, der am Mittwochabend publiziert wurde. Mit dem Smartphone machte der Konzern zuletzt rund 60 Prozent seiner gesamten Erlöse.

Die Korrektur gehe vor allem auf die schlechteren iPhone-Verkäufe in China zurück, betont Konzernchef Tim Cook.

Die Apple-Aktie verlor nach Cooks Mitteilung im nachbörslichen Handel zunächst rund acht Prozent. Zu diesem Abschwung habe auch der Handelskonflikt zwischen den USA und China beigetragen. Dazu gehören zum Beispiel der Online-Speicher iCloud, der Streaming-Service Apple Music und auch der Anteil des Konzerns am Verkaufspreis von Apps. Zwar seien die zum grössten Teil in China produzierte Smartphones von Apple, die rund drei Fünftel des Konzernumsatzes ausmachen, bisher nicht Ziel von handelspolitischen Interventionen geworden und von Zöllen nicht betroffen, erklärte er in einem Interview mit dem US-Fernsehsender CNBC. Vielleicht hätten sich einige chinesische Konsumenten aber bewusst gegen den Kauf eines Produktes von einem US-Unternehmen entschieden. "Das viel grössere Thema sind jedoch die Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft und die Handelsspannungen, die das verstärken", sagte Cook und gab damit der Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump eine Mitschuld am enttäuschenden Weihnachtsgeschäft.

Apples Probleme in China sind nach Ansicht von Experten aber teilweise hausgemacht.

Während wir in wichtigen aufstrebenden Märkten mit einigen Herausforderungen rechneten, haben wir das Ausmaß der wirtschaftlichen Abschwächung, insbesondere in China, nicht vorausgesehen.

Das vergangene Weihnachtsgeschäft ist für Apple deutlich schlechter gelaufen als vorhergesagt. In China, wo die heimischen Konkurrenten Huawei, Oppo, Vivo und Xiaomi nach Angaben des Marktforschers IDC den Kaliforniern den Rang abgelaufen haben, lag der Marktanteil von Apple in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres nach Angaben des Marktforschers Canalys noch bei 7,8%, während es vor vier Jahren noch 12,5% gewesen waren. Der Verdacht: Cook nutze den Streit, um eigene Fehler zu verschleiern. Zuletzt schürten Prognosesenkungen von Zulieferern die Sorgen von Investoren.

Zugleich hatte Apple noch einmal teurere neue Modelle seines Smartphones herausgebracht. Im Jahr 2017 gab es einen Quartalsumsatz von 88,3 Milliarden Dollar und 20 Milliarden Dollar Gewinn. Damit lösten sich etwa 50 Milliarden Dollar Börsenwert in Luft auf.

Ein seltener Vorgang, erstmals seit dem Jahr 2002 muss Apple den Kopf senken, vor die Presse treten und eine sogenannte Gewinnwarnung veröffentlichen. Die vor zwei Monaten bekanntgegebenen Umsatzprognose in Höhe von bis zu 93 Milliarden Dollar kann Apple nicht halten. Vor einem Jahr waren es 8,5 Milliarden gewesen.

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