Amos Oz: Israelischer Schriftsteller mit 79 Jahren gestorben

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Der israelische Autor und Friedensaktivist Amos Oz ist am Freitag im Alter von 79 Jahren gestorben. Der Autor war eine Galionsfigur der Friedensbewegung in seinem Land.

Der israelische Schriftsteller Amos Oz ist tot.

Beim Begräbnis des früheren Präsidenten und Wegbereiters der Oslo-Abkommen, Shimon Peres, sagte Oz: "Es gibt jene, die sagen, Frieden ist nicht möglich, aber er ist nicht nur möglich, er ist nötig und unausweichlich". Dieser sei schließlich nur eine Frage der Zeit: "Die Palästinenser werden nirgendwohin gehen, und auch die Israelis bleiben hier". "Beide Seiten haben keine Wahl, sie müssen das Haus in zwei Wohnungen aufteilen - so wie es die Tschechen und die Slowaken getan haben. Wie lange das dauern wird, kann ich nicht sagen".

Als Amos Klausner 1939 in Jerusalem im britischen Mandatsgebiet Palästina (1920-1948) geboren, wuchs Oz als Einzelkind in einer rechts-zionistischen Familie auf. Seine Bücher sind in mehr als 40 Sprachen übersetzt worden. Viele zählen ihn zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Auch Staatspräsident Reuven Rivlin äusserte Trauer über Oz' Tod und würdigte ihn als "literarischen Giganten". Als Zwölfjähriger erlebte Oz den Selbstmord seiner Mutter mit.

Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Romane "Mein Michael", "Der perfekte Frieden", "Black Box", "Ein anderer Ort", "Eine Frau erkennen" sowie der autobiografische Roman "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis" (der 2016 von Natalie Portman verfilmt wurde).

Auch seine ersten Erzählungen und das Buch "Unter Freunden" basierten auf seinen Erfahrungen mit dem Leben in der Kollektivsiedlung. Anschließend studierte Oz an der Hebräischen Universität von Jerusalem (HUJI) Literatur und Philosophie bis zum Bachelor-Abschluss 1963 und kehrte dann nach Chulda zurück. Oz hatte international zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Seit den 1980er Jahren lebte der Vater dreier Kinder und mehrfache Großvater in der Wüstenstadt Arad. Er war gezeichnet vom Krebsleiden, dem er nun erlag und trat nur noch selten in der Öffentlichkeit auf. Gleichzeitig betonte er jedoch, kein weltfremder Pazifist zu sein sowie das Recht Israels auf Selbstverteidigung.

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