Löws Ziel: Halbfinale ohne Reise

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Joachim Löw steht vor einem "Spagat". Aber wir wollen Kamerun auch nicht ins offene Messer laufen und einfach nur stürmen, weil sie darauf nur warten", sagte Löw im "ARD"-Interview".

Löw denkt aber auch schon weiter voraus. Am Sonntag reicht dem Weltmeister ein Unentschieden gegen Kamerun, um den Sprung ins Halbfinale zu fixieren. Und dennoch müsse er bei der Personalauswahl gegen den Afrika-Champion auch schon die womöglich noch folgenden zwei Partien im Blick haben. "Meine Mannschaft hat das klasse gemacht, mit höchster Disziplin über 90 Minuten", resümierte Löw zufrieden. "Drei, vier, fünf Wechsel" seien gut und gerne denkbar. "Vielleicht muss der Julian Draxler auch mal pausieren". Er erwägt eine Pause für die Vielspieler Draxler und Jonas Hector. Der Berliner hinterließ auf der linken Seite einen guten Eindruck.

Fix verkündete Löw zudem die Rückkehr von Antonio Rüdiger in die Abwehrreihe. Kevin Trapp hat zwar noch nicht beim Confed Cup gespielt, kam aber beim Test gegen Dänemark in der Vorbereitung zum Einsatz. So wurde Marc-André ter Stegen nur einmal im ersten Durchgang geprüft, als André-Frank Zambo nach einer Hereingabe von Ernest Mabouka aus kurzer Entfernung zum Schuss kam (45.).

SICHTUNG: Ursprünglich war es Löws Plan, beim Confed Cup möglichst alle 21 Akteure im Kader möglichst viel spielen zu lassen. "Ich darf nicht zu viel verändern", sagte Löw nun. "Dann könnten wir das Halbfinale in Sotschi bestreiten", betonte Löw. Als Zweiter müsste der DFB-Tross am Montag wieder nach Kasan umziehen.

"Jede Reise strengt an", gab Löw zu bedenken, während Goretzka angesichts des Teamhotels an der Strandpromenade der Olympiastadt Sotschi scherzte: "Es ist nicht das Verkehrteste auf der Welt, wenn man beim Essen auf das Meer schauen kann". Die möglichen Halbfinalgegner stehen fest. Das war ein Weckruf, denn fortan hatte der Nachwuchs der Weltmeister mehr Lust, Räume in der gegnerischen Defensive aufzureißen. "Egal" wäre ihm auch der Gegner. "Wir müssen erst den nächsten Schritt gegen Kamerun machen".

Dem Südamerika-Meister aus Chile genügte ein 1:1 gegen die Socceroos um ins Halbfinale aufzusteigen.

Für Löw bot der Sieg dazu doppelten Grund zum Feiern. Und der Gegner sei speziell. Die Lieblingsbeschäftigung der Spieler von Kamerun sei es, eins gegen eins zu spielen. Sie sind schnell und ausdauerfähig. Er habe sich gegen Auswechslungen entschieden, "weil die Mannschaft so gut gearbeitet hat und ich von den Spielern eine gewisse Widerstandsfähigkeit und Härte erwartet habe, auch im läuferischen Bereich gegen sich selbst, lange Wege zu gehen und viel zu investieren". Werner, der für den zweimaligen Torschützen Lars Stindl ins Team gerückt war, konnte zunächst nur selten seine Schnelligkeit ausspielen.

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