Ifo-Barometer auf Rekordwert - "Die Party geht weiter"

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"Die deutsche Wirtschaft setzt ihren Höhenflug fort". Das Geschäftsklima stieg im Juni um 0,5 Punkte auf 115,1 Zähler, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag mitteilte. Damit wurde der Rekordwert vom Vormonat überboten. Bankvolkswirte hatten dagegen mit einem leichten Rückgang auf 114,5 Punkte gerechnet.

In den deutschen Chefetagen herrscht Hochstimmung.

Die Unternehmen waren den Angaben zufolge nochmals "deutlich zufriedener" mit ihrer aktuellen Lage. Diese Entwicklung sollte man aber nicht als Signal für einen nahenden konjunkturellen Abschwung oder gar Weg in die nächste Rezession interpretieren. Und er steigt und steigt und steigt.

Das Ifo Geschäftsklima überzeichnet nach Einschätzung von Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, die tatsächliche Entwicklung. Gemäß dem historischen Muster legt der Ifo-Geschäftsklimaindex derzeit einen BIP-Zuwachs von rund 6 Prozent nahe. Es sei allerdings ein Wachstum von zwei Prozent möglich und dies sei auch ein "erfreulicher Wert".

Trotz der internationalen politischen Turbulenzen hält die deutsche Wirtschaft nun seit sieben Jahren einen soliden Wachstumskurs. Die meisten Unternehmen strotzen vor Kraft und die privaten Haushalte freuen sich über eine gute Beschäftigungssituation. Die Bundesbank ist optimistisch für die deutsche Wirtschaft gestimmt, die im zu Ende gehenden zweiten Quartal erneut kräftig wachsen dürfte. Wir sehen drei maßgebliche Faktoren als Treiber der sehr guten Konjunktur in Deutschland: Die niedrigen Zinsen, den fallenden Ölpreis und den zum US-Dollar unterbewerteten Euro. Die Industriefirmen sind leicht optimistischer mit Blick auf die kommenden Monate, denn die Nachfrage wie auch der Auftragsbestand entwickelten sich sehr gut. Mittelfristig droht sogar eine Überhitzung, die sich zum Beispiel in Knappheiten am Arbeitsmarkt oder einem übertriebenen Preisanstieg an regionalen Immobilienmärkten zeigt.

Für den Ifo-Geschäftsklimaindex befragt das Wirtschaftsforschungsinstitut jeden Monat rund 7.000 Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe, dem Bauhauptgewerbe sowie dem Groß- und Einzelhandel.

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