Formel 1: Ricciardo nutze Baku-Chaos zu erstem Red-Bull-Saisonsieg

Einstellen Kommentar Drucken

Der Grand Prix von Aserbaidschan 2017 ist der Formel-1-Kracher des Jahres.

Doch wenige Meter später kollidierte er mit dem Ferrari seines finnischen Landsmanns Kimi Räikkönen.

Der Krieg um die Formel-1-Weltmeisterschaft ist eröffnet!

Vettel kam bis jetzt aber für die Ramm-Aktion glimpflich davon. In einem unübersichtlichen Rennen mit einem zwischenzeitlichen Abbruch kam es während der zweiten von drei Safety-Car-Phasen zu Vettels Wutausbruch.

In den letzten Runden schenkten sich Vettel und Hamilton nichts, an der Reihenfolge änderte sich aber nichts mehr, der Mercedes blieb hinter dem Ferrari. "Ich mache mich bereit, konnte nirgendwo hin und bin ihm in die Kiste gefahren".

"Ich glaube, es war klar, dass ich mit der Art und Weise, wie er gefahren ist, nicht zufrieden war". Von diesem Aufprall offensichtlich verärgert, beschleunigte der Deutsche - und rammte seinerseits den Briten seitlich. Der nur von Platz zehn gestartete Australier war durch das Chaos auf Platz fünf gespült worden, beim Restart presste er sich sehenswert an zwei Konkurrenten vorbei und war Dritter. "Wenn er nur zehn Sekunden dafür bekommt, weiß ich nicht, was ich sagen soll", regt sich Hamilton, um seine diplomatische Fassung bemüht, auf. "Wenn ich bestraft werde dafür, sollte er auch bestraft werden". "Aber der Sebastian ist ihm ins Auto gefahren". Das ist ein Mangel an Kontrolle, das ist Wut und Aggression, die im Sport nicht gestattet werden darf. "Das geht einfach nicht". Während der Rennunterbrechung redete Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene energisch auf den stirnrunzelnden Vettel ein, während Hamilton seine Sonnenbrille aufsetzte und cool auf den Neustart wartete. Aber dann wurde plötzlich seine Cockpit-Kopfstütze locker. Verzweifelt versuchte der Führende, sie mit der linken Hand festzuhalten - bei Tempo 300! Der Boxenstopp warf ihn auf den achten Platz zurück. Immer wieder wird er auch mit Mercedes in Verbindung gebracht, was Niki Lauda vor dem Start jedoch dementierte.

Die Schlussphase hätte dann spannender nicht sein können. Der Sieg wurde möglich, nachdem Vettel und Hamilton sich durch Rangeleien gegenseitig nach hinten geworfen hatten.

Frage des Rennens: Konnte Lewis Hamilton seine Aufholjagd weiter fortsetzen? "Das muss eines der engsten Ergebnisse aller Zeiten sein", seufzt er.

Hamilton bremste verdächtig stark ab, worauf Vettel offensichtlich aus Ärger seinem Kontrahenten seitlich ins Auto fuhr. Wer vorne ist, bestimmt die Geschwindigkeit.

Déjà-Vu des Rennens: Ob sich Vettel bei seiner unsportlichen Aktion auch an sein Idol zurückerinnerte? Die Auseinandersetzung findet in zwei Wochen im Grand Prix von Österreich in Spielberg ihre Fortsetzung.

Nico Hülkenberg, der sich auf der Zielgeraden in einem tollen Manöver gegen Magnussen und Massa durchgesetzt hatte, rollte in Runde 25 mit einer kaputten Vorderradaufhängung aus, nachdem er den Abstand zu einer Wand zu knapp bemessen hatte.

Es hätte an diesem Tag viele Profiteure des Tohuwabohus an der kaspischen See geben können.

Fernando Alonso holte als 9. die ersten Punkte für McLaren in der Saison 2017. Pascal Wehrlein komplettierte im Sauber die Top 10 und feierte seine 2. Platzierung in den Punkten. Antwort: "Natürlich! Wenn du schnell genug bist".

Immerhin durfte er sich über Valtteri Bottas' zweiten Platz freuen. "Ich würde sagen, es war ein Rennunfall", verteidigt sich Bottas. Während der Unterbrechung hatte das Mercedes-Team dann auch noch Zeit, den Schaden am Auto zu beheben - und so kämpfte er am Ende wieder mit scharfen Waffen. Im Vorjahr beleidigte er sogar Rennleiter Charlie Whiting via Teamradio.

Ein Ausfall von Daniil Kwjat brachte schon in der 12. Max Verstappen (Niederlande) Red Bull 45, 7.

Comments