Federer düpiert Zverev im Finale von Halle

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Am Sonntag trifft er auf die deutsche Zukunftshoffnung Alexander Zverev - das Finale (13 Uhr/ZDF und Sky live), auf das die Veranstalter des mit 1,966 Mio. Fast jeden zehnten seiner nunmehr 92 Turniersiege hat Federer am Gerry Weber Open errungen, nirgends war der bald 36-Jährige erfolgreicher (siehe untenstehende Tabelle). Vorletzte Hürde auf dem Weg zum Triumph bei dem mit 1,966 Millionen Euro dotierten Rasenevent ist der Russe Karen Chatschanow. Was sollte man erwidern? "Er ist ein ganz netter Bub", sagte er unter dem Lachen der Zuschauer. "Es war ein fantastisches Match", sagte Zverev, richtete seinen Blick aber gleich nach vorn: "Roger ist der beste Spieler aller Zeiten auf diesem Belag". Danach muss er zwei Satzbälle abwehren, ehe er im Tie-Break mit dem ersten Matchball den Sack doch noch zu machen kann. Und auch nicht bei Zverev, dem leicht konsternierten Statisten, der anschließend bekannte: "Er spielt Wahnsinns-Tennis".

Zverev wirkte nach seinem zweifachen Einsatz im Einzel und Doppel am Samstag dagegen etwas müde und bewegte sich nicht so gut wie in den Runden zuvor. 2016 hatte er gegen Florian Mayer verloren. "Ich habe unglaublich gut gespielt", sagte Federer nach seiner Performance. Turnierdirektor Ralf Weber machte beiden Finalisten ein großes Kompliment für die Turnierwoche: "Sie haben für außergewöhnliche Momente gesorgt".

Alexander Zverev ringt im Viertelfinale den Spanier Roberto Bautista Agut nieder. Allerdings war ihm die Müdigkeit nach diesem Marathon-Match nicht anzumerken.

Am Ende der Lehrstunde blieben Alexander Zverev nur Trost und warme Worte des größten Rasenspielers der Tennis-Geschichte.

Lediglich drei mickrige Pünktchen gelangen ihm im ersten Satz beim Aufschlag des Schweizers. Nach 1:12 schaffte er den Satzausgleich. Nach dem Break zum 4:3 im entscheidenden Durchgang jubelte Zverev überschwänglich in Richtung seiner Box, Gasquets Widerstand war gebrochen.

In 52 Minuten fegt der Publikumsliebling Zverev vom Platz - und revanchiert sich damit füpr die Halbfinal-Pleite im letzten Jahr. "Aber solange ich gewinne, ist alles okay".

"Ich bin froh, dass er die Vorhand verzogen hat zum Satzausgleich", gestand Federer. Durch den Sieg in Halle verschaffte er sich nun eine gute Ausgangsposition für Wimbledon: Er dürfte als Nummer drei der Setzliste in das Grand-Slam-Turnier gehen. Nirgendwo in der weiten Welt des Profitennis hat Federer öfter gewonnen als hier an den Ausläufern des Teutoburger Waldes, in dieser abgeschiedenen Beschaulichkeit, die er so sehr schätzte und schätzt - nämlich zwischen den stressigen, hektischen Grand Slam-Turnieren in Paris und London.

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