England: Tausende müssen wegen Brandgefahr Hochhäuser verlassen

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Durch den Brand im Grenfell-Tower habe sich alles geändert und man wolle kein Risiko eingehen, die Sicherheit der Bewohner stehe an erster Stelle.

Anderthalb Wochen nach der Brandkatastrophe im Londoner Grenfell Tower sind fünf andere Hochhäuser in der britischen Hauptstadt wegen Brandgefahr geräumt worden.

Nicht alle Gebäude werden evakuiert, betonte der für Kommunen zuständige Minister Sajid Javid.

Die britische Versicherungsbranche will die Regierung in London einen Monat vor der Katastrophe vor Brandgefahr gewarnt haben. Von Seiten der Regierung gab es dazu bislang keine Stellungnahme.

Wütende Bewohner - Hunderte Menschen konnten nur das Nötigste packen und verbrachten die Nacht auf Matratzen in öffentlichen Gebäuden, in Hotels oder bei Freunden. Die Arbeiten an den geräumten Gebäuden werden drei bis vier Wochen dauern, wie Georgia Gould vom Bezirksrat sagte.

Das Innenministerium habe der Polizei versichert, das es nicht am Einwanderungsstatus der Bewohner interessiert sei, hieß es weiter. Mehr als 80 Bewohner weigerten sich allerdings zunächst, ihre Wohnungen zu verlassen. (Bild: Pete Maclaine / Keystone) Die Bewohner, die sich entschieden, ihre Wohnungen zu verlassen. Die Bewohner eines der geräumten Hochhäuser konnten am Samstag wieder zurückkehren, nachdem die Feuerwehr das Gebäude für sicher erklärte hatte.

Die Hochhaus-Untersuchungen ziehen weite Kreise. Die meisten von ihnen räumten am Sonntag ihre Bleibe. Ein 94-Jähriger berichtete den Journalisten, dass er nicht ausreichend Tabletten mit sich genommen habe. Londons Bürgermeister Sadiq Khan schrieb auf Facebook von einer "Vorsichtsmaßnahme" und bezeichnete die Räumung als den besten Weg, um die Bewohner zu schützen.

Premierministerin Theresa May sagte, in einigen Fällen seien Nachbesserungen an den Gebäuden ohne Evakuierungen möglich. Die Feuerwehr hatte dort erhebliche Sicherheitsmängel festgestellt: unter anderem brennbare Fassaden, Fehler bei der Isolierung von Gasleitungen und das Fehlen von Brandschutztüren. Es handele sich um eine "landesweite Bedrohung". In dem Sozialbau hatte ein defekter Kühlschrank in der Nacht zum 14. Juni das Feuer entfacht, das sich über die Fassade dann rasend schnell durch alle 24 Stockwerke fraß. Fünf Verletzte lagen am Sonntag noch im Krankenhaus. Bei dem Feuer starben mindestens 79 Menschen.

Es werde jetzt geprüft, ob die Verwendung des Materials illegal gewesen sei, außerdem erwäge man Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung, sagt McCormack.

Brüssel - Nach der Brandkatastrophe im Londoner Grenfell Tower sind mittlerweile bereits 60 Hochhäuser bei Sicherheitstests durchgefallen.

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