"Blaues Auge" für U21: Halbfinale trotz 0:1-Niederlage

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Der deutsche U21-Fußballnationaltrainer ordnete die verdiente 0:1-Niederlage im letzten EM-Gruppenspiel gegen Italien in Krakow und den herbeigezitterten Halbfinaleinzug als positives Erlebnis ein. Das DFB-Team verlor zwar gegen Mitfavorit Italien 0:1 (0:1), rettete in der Gruppe C aber den zweiten Platz und kämpft am Dienstag gegen England um den Einzug ins Endspiel.

Das Halbfinale mit den Partien zwischen Deutschland und England sowie Spanien und Italien dürfte das nominell wohl beste Halbfinale in der 35-jährige Historie der U 21-EM sein. Am Ende profitierte die DFB-Elf auch davon, dass Italien wegen der Niederlage der Tschechen gegen Dänemark ein 1:0-Sieg zum Weiterkommen reichte. Der Trainer Kuntz hat sich einstweilen aber entschlossen, diesen Umstand zu einer nützlichen Lebensweisheit zu stilisieren.

Kapitän Maximilian Arnold urteilte: "Das war der erste Gradmesser, Italien ist keine Laufkundschaft".

Italien gegen Deutschland - auch im U21-Bereich ein Klassiker.

Das Tor für die Italiener erzielte Federico Bernardeschi in der 31. Minute.

Entsprechend offensiv gingen die Italiener ins Spiel und hatten im ersten Durchgang auch die zahlreicheren Chancen. Kempf stoppte Mattia Caldara kurz vor dem Strafraum und sah Gelb, der Freistoß von Bernardeschi segelte am Tor vorbei (26.). Dahoud entschied sich falsch, gegen eine Sicherheitslösung und verlor den Ball an Pellegrini, er kam zu Bernardeschi, der frei vor dem deutschen Tor durch die Beine von Pollersbeck zum 0:1 traf.

Ein weiterer Gegentreffer hätte nun das Aus für die DFB-Elf bedeutet. Der deutsche Nachwuchs war vor allem bei Standardsituationen gefährlich und tat sich ansonsten schwer gegen die italienische Defensive um Juves Daniele Rugani.

"Wir sind glücklich, dass wir weitergekommen sind", sagte Mittelfeldspieler Max Meyer, der nach dem Schlusspfiff zunächst wie seine Teamkollegen mit hängendem Kopf vom Platz geschlichen war. Auch Kuntz konnte dem Rückschlag vor Beginn der K.o.

Schuld an den emotionalen Wirrungen war aber vor allem der kuriose Turniermodus, bei dem neben drei Gruppensiegern auch der beste Zweite ins Halbfinale einzieht, wodurch ein Wust an rechnerischen Eventualitäten entstand. Nach einer Stunde konnte Pollersbeck Pellegrinis wuchtigen Flachschuss so gerade so zur Ecke lenken und das fatale 0:2 verhindern.

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