Fokus auf Dänemark: Deutsche U21 will zweiten EM-Sieg

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"Superstars von morgen", steht ein bisschen großspurig auf dem Bus, aber am Sonntagabend hat man in ihrem ersten Spiel bei der U21-Europameisterschaft einen Eindruck davon bekommen, wie viel Potenzial in diesen Spielern steckt.

Seit bei dieser EM erstmals zwölf Mannschaften mitspielen dürfen, ist es noch schwieriger, ins Halbfinale zu gelangen. "Berti Vogts hat mir vor dem EM-Halbfinale 1996 einmal gesagt: Je größer der Druck, desto größer die Pokale", sagte der DFB-Trainer. Das gilt auch weiterhin für die Partien am Mittwoch gegen Dänemark und am Samstag gegen Italien. Mesut Özil und Co. holten damals den bislang einzigen deutschen U21-Titel und wurden fünf Jahre später in Rio Weltmeister.

Mit Kapitän Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg) als Schaltzentrale riss das Kuntz-Team, das sich den ersten U21-Titel seit 2009 als Ziel auf die Fahne geschrieben hat, das Spiel immer mehr an sich. Diesmal besteht das deutsche Torwart-Trio aus den Zweitliga-Keepern Julian Pollersbeck (Kaiserslautern) und Marvin Schwäbe (Dresden) sowie dem bei Panathinaikos Athen tätigen Odisseas Vlachodimos. Beim 2:0 gegen Tschechien verschießt Selke sogar noch einen Elfmeter. mehr.

Kurz nach dem Schlusspfiff kündigte Stefan Kuntz eine schonungslose Analyse an. Spielstätte ist das Jozef Pilsudski Cracovia-Stadion in Krakau. Allerdings sagt Meyer auch: "Sollten wir bereits 1:0 oder 2:0 führen, würden wir natürlich auch auf das dritte oder vierte Tor schielen, statt das Ergebnis nur zu verwalten".

Bevor der volle Fokus auf dem Spiel gegen Tschechien liegt, hatten die U21-Fußballer noch einen wichtigen Termin auf der Agenda: Die gesamte Mannschaft besuchte das frühere Konzentrationslager Auschwitz und gedachte der Opfer des Holocausts. "Man merkt schon, dass die Jungs relativ selbstkritisch sind und auch wissen, was wir nicht gemacht haben von dem, was wir uns vorgenommen haben", sagte Kuntz. "Es ist schon eine spielstarke Mannschaft, die keinen Hau-Ruck-Fußball spielt", weiß Kuntz, "die auch einen guten taktischen Zusammenhalt hat, gerade in der Defensive, da müssen und werden wir uns etwas einfallen lassen". Viele Zuschauer aus dem nahen Tschechien und kaum deutsche sorgten akustisch für klare Verhältnisse. "Wir müssen uns im Laufe des Turniers steigern", forderte Abwehrchef Niklas Stark. Die bedingungslos offensiv eingestellten Deutschen dominierten gleich die erste Halbzeit. Beim 2:0 (1:0) gegen Tschechien hatte der Kapitän einen Handelfmeter kurz vor Schluss Davie Selke überlassen, der jedoch an Torhüter Lukas Zima scheiterte.

Gegen kampfstarke Tschechen taten sich die DFB-Junioren lange schwer, nutzten ihre Chancen nicht und hätten durchaus auch ein Gegentor kassieren können. "Wir können nicht sagen, wir gewinnen 3:0 oder 4:0, denn das wäre zu arrogant". Gegen Italien spielte er 90 Minuten durch, konnte die 0:2-Niederlage aber nicht verhindern.

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