Opel-Chef Karl-Thomas Neumann gibt Rücktritt bekannt

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Sein Nachfolger wird der bisherige Finanzchef Michael Lohscheller, wie das Unternehmen mitteilte. Nicht mehr verantwortlich dafür ist dann der bisherige Opel-Chef Karl-Thomas Neumann.

Neumann werde der Geschäftsführung bis zum Abschluss des Verkaufs von Opel an den französischen Autokonzern PSA angehören, erklärte der Rüsselsheimer Konzern.

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann will einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zufolge sein Amt aufgeben. Am Wochenende waren Gerüchte über einen möglichen Rücktritt Neumanns nach der Übernahme von Opel/Vauxhall durch PSA aufgekommen, nun sind die Fronten deutlich früher geklärt. Er habe Sorge, ob die neuen französischen Eigentümer des Unternehmens die einschneidende Wirkung der Elektromobilität richtig erkennen. Insbesondere fehlt noch die Freigabe durch die Kartellbehörden.

Innerhalb von 100 Tagen nach der rund 2,2 Milliarden Euro schweren Übernahme soll demnach das Management einen Plan vorlegen, wie das ehrgeizige Ziel zu schaffen sei - Ende Juli gilt als frühester Termin für den Verkauf. Schließlich hat Neumann den traditionsreichen Autobauer, der seit 1929 zum US-Konzern General Motors (GM) gehört, seit 2013 weitgehend eigenständig gelenkt.

Zuletzt war spekuliert worden, der Rückzug Neumanns könnte mit seinen angeblichen Plänen zum Ausbau Opels in eine reine Elektro-Marke zu tun haben. Neumann erklärte, es sei "eine schwierige, persönliche Entscheidung" gewesen. "Ich werde mich zunächst voll auf den Abschluss dieser Transaktion konzentrieren und mir anschließend die Zeit nehmen, um über meine persönlichen nächsten Schritte zu entscheiden". Bei Volkswagen wäre es der dritte Antritt für den 56-jährigen Ingenieur der Elektrotechnik. Er hat in Dortmund und Duisburg studiert und war von 1999 bis 2004 und von 2009 bis 2012 bei Volkswagen unter Vertrag. Vor dreizehn Jahren folgte der Wechsel zum Autozulieferer Continental, den er von August 2008 bis August 2009 als Vorstandsvorsitzender führte.

Neumann weiß aus seinem Berufsleben, wie sich verlorene Machtkämpfe anfühlen: Als Chef des Autozulieferers Continental zoffte er sich 2008 mit dem Großaktionär Schaeffler über die strategische Ausrichtung. Beim Neustart setze er auf die vorhandene Mannschaft, sagte Tavares. Einem Zeitungsbericht zufolge will er den Besitzerwechsel von General Motors zur Peugeot-Mutter PSA nicht mitmachen. Wie derlei gelingen soll, was dem Unternehmen so lange verwehrt geblieben ist, weiß niemand wirklich.

Die Franzosen haben sich und Opel ehrgeizige Ziele gesetzt.

Allerdings stehen Opel nach Ansicht von Experten davor noch einige harte Sanierungsschritte bevor. Auf dem Landesfest Hessentag, das dieser Tage in der Opel-Stadt Rüsselsheim steigt, präsentierte der Manager via Twitter Sportwagen, eine Besucherbahn fürs Werksgelände und Rockkonzerte.

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