Augsburg: Zen-Priester gesteht Missbrauch von sieben Buben

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Als Zen-Priester war er ein charismatischer und angesehener Geistlicher. Die schwere Krankheit betrachte er als Teil der Sühne, sagte der Verteidiger des 62-Jährigen. Den sexuellen Missbrauch von allein sieben Jungen als spiritueller Leiter einer buddhistischen Gemeinschaft aus dem Kreis Augsburg räumte er ein.

Der Vorsitzende Richter Lenart Hoesch hatte zuvor kritisiert, dass er bei den Ermittlungen jedoch nur ein unzureichendes Geständnis abgelegt hatte. Der buddhistische Priester gab damit alle in der Anklage aufgelisteten Fälle aus einem Zeitraum von mehr als zehn Jahren zu. So missbrauchte der Mann einmal in seinem Tempel einen drogenabhängigen Jugendlichen, den er bei sich aufgenommen hatte, während gemeinsamer Atemübungen. Die Opfer sollen 4 bis 13 Jahre alt gewesen sein.

Wegen sexuellen Kindesmissbrauchs in mehr als 20 Fällen steht von heute an ein Zen-Priester vor dem Augsburger Landgericht.

Da die Staatsanwaltschaft einige davon als schweren Missbrauch einstuft, drohen dem Mann bis zu 15 Jahre Haft.

Der Mann hatte unter anderem die beiden Söhne einer Frau missbraucht, die sich nach dem Tode ihres Mannes wegen Trauerbegleitung an ihn gewandt hatte. Er ging eine Beziehung mit der Mutter ein und verging sich an den Kindern. Teilweise machte der Angeklagte bei seinen Taten auch pornografische Bilder der Kinder. In einem Fall begründete er dies so: "Die Vergänglichkeit des Augenblicks wollte ich festhalten". Die Jugendkammer des Landgerichts, die wegen des Alters der Opfer für den Fall zuständig ist, hat bis August 13 Verhandlungstage eingeplant. Die Verhandlungen werden am 30. Juni weitergeführt.

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