Schütze von Unterföhring in geschlossener Psychiatrie

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Sie schwebt laut Polizei weiter "in höchster Lebensgefahr". Ihr Gesundheitszustand sei "weiter lebensbedrohlich und ernst", sagte der Münchner Polizeipräsident Hubertus Andrä am Mittwoch vor Journalisten. Er schoss auf die Polizistin, traf sie in den Kopf. Während die Ärzte um ihr Überleben kämpfen, gibt die Polizei am Tag nach der Tat neue Details bekannt. Ob er in den USA mit Waffen Kontakt hatte und dadurch wusste, wie er den Polizisten die Dienstwaffe entnehmen konnte, ist Andrä zufolge nicht klar. Der 37-Jährige hatte nach bisherigem Stand bei seinem Vater in den USA gelebt und war zuletzt auf Europareise.

Nach einer Nacht am Flughafen fährt Alexander B.am Montagvormittag mit der S8 in Richtung Innenstadt.

Der Angreifer hatte sich am Dienstag in einer S-Bahn eine Schlägerei mit einem anderen Mann geliefert. In Ismaning, eine Station vor Unterföhring, steigt dann ein Mann zu, setzt sich auf einen freien Platz, ein paar Meter von dem Täter entfernt.

Faustschläge gegen einen Unbekannten, Schüsse auf eine Polizistin und auf Passanten: Was trieb den Mann zu der Tat? Der 37-Jährige, der bei der Schießerei verletzt wurde, soll heute dem Haftrichter vorgeführt werden.

Wie der Mann an die Pistole kam, sei noch unklar. Als die S-Bahn in Unterföhring planmäßig hielt, stiegen alle Beteiligten aus.

Münchens Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins warnt: Derzeit kursiere ein Bild im Internet, das fälschlicherweise als Foto des Täters ausgegeben werde. Inzwischen war dort auch eine Streife der Polizeiinspektion Ismaning eingetroffen, weil Zeugen einen Notruf abgesetzt hatten. Der Angriff auf den 30-jährigen Beamten, einen Polizeihauptmeister, sein von "einer derartigen Vehemenz" gewesen. Minutenlang, so berichtet es der Polizeipräsident, sei die Situation "völlig harmlos" gewesen.

So trägt die bayerische Polizei ihre Waffe üblicherweise. Es sein keine Rangelei gewesen, sondern "ein wirklich heftiger Kampf", so Andrä weiter. Der 37-Jährige hatte gestern einem Polizisten die Pistole entrissen und dessen Kollegin in den Kopf geschossen. Diese haben den Vorteil, dass nur der jeweilige Besitzer mit seiner Dienstwaffe schießen kann.

Bislang ist die Polizei davon ausgegangen, dass der Täter die Waffe aus dem Holster des Beamten gezogen hat. Am Mittwoch erklärt Andrä, er habe sich die Videos vom Bahnsteig mehrmals angesehen.

Die Münchner Polizei sagte nach dem Vorfall ihren für den kommenden Samstag geplanten Tag der offenen Tür ab.

Auch die Reihenfolge der Schüsse müsse noch rekonstruiert werden - durch die Kameras am Bahnsteig, Zeugenaussagen und spezielle 3-D-Kameras des LKA. Der festgenommene 37 Jahre alte Angreifer soll laut Andrä psychiatrisch begutachtet werden, er habe sich nach Aussage von Zeugen vor der Tat auffällig verhalten. Ein Gutachten soll klären, ob der Schütze psychisch krank ist. Noch spekulieren die Ermittler nur, ob Alexander B. sich sein Wissen über Waffen in den USA aneignete. Die Ermittler konnten den Vater telefonisch befragen. Angehörige und Kollegen würden umfangreich betreut.

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