Schäuble rechnet weiter mit Einigung zu Griechenland-Hilfen

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Die Regierung in Athen hatte zuletzt diverse Reformen und Sparmaßnahmen durchgesetzt, die Voraussetzung für die Auszahlung sind. Sie braucht das Geld bereits in wenigen Wochen.

Die Grünen drängen die Bundesregierung zu Zugeständnissen mit Blick auf Schuldenerleichterungen.

Vor dem Treffen der Euro-Finanzminister hat der griechische Wirtschaftsminister Dimitri Papadimitriou Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble scharf kritisiert. "Ich habe Schäuble noch nicht kennengelernt, und ich möchte auch nicht unhöflich sein, aber sein Verhalten scheint mir unredlich zu sein". Die vom Internationalen Währungsfonds geforderten Erleichterungen zu verschleppen, triebe "einen Spalt durch das gemeinsame Europa, das dringender gebraucht wird als je zuvor". Das habe auch Schäuble anerkannt.Es gehe nicht darum, Schulden zu streichen, sondern Zinsen zu senken oder die Laufzeiten der Hilfskredite zu verlängern. "Wenn es so ist, dass jener, der das meiste Geld hat, auch die Regeln bestimmt, dann stellt das die Struktur und die Idee der Eurozone in Frage", sagte Papadimitriou.

Sehr wahrscheinlich sei eine Einigung auf den Plan von IWF-Chefin Christine Lagarde, sagten zwei in die Vorbereitungen des Luxemburger Treffens einbezogene Personen. Schäuble zeigte sich im Vorfeld zuversichtlich.

Griechenlands Regierung bringt eine Rentenkürzung um 25 Prozent auf den Weg. Seine Hoffnung ist, das so die unterschiedlichen Einschätzungen der Gläubiger - Deutschland und die Europartner, auf der einen, der IWF auf der anderen Seite - zueinander gebracht werden können, wie Tsipras bei einer Sitzung seines Kabinetts am Dienstag sagte. "Wir sind von einer Lösung noch weit entfernt", zitierte die halbamtliche griechische Nachrichtenagentur ANA-MPA einen hochrangigen griechischen Regierungsfunktionär.

Griechenland ist seit 2010 auf Hilfe seiner europäischen Partner und des IWF angewiesen. Dieser beteiligt sich bisher nicht am dritten Rettungspaket, das bis zu 86 Milliarden Euro umfasst und bis zum Sommer 2018 läuft.

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