NIKI: Etihad lässt das Joint Venture mit TUIfly platzen

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Die schwer angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin pumpt den Steuerzahler um Hilfsgelder an. "Wir würden uns die Strecken einzeln anschauen", heißt es dazu aus dem Bundeskartellamt, "und dann entsprechende Auflagen machen". Am Freitag erklärte das deutsche Wirtschaftsministerium, man prüfe zusammen mit den Bundesländern Berlin und Nordrhein-Westfalen einen Antrag auf eine staatliche Bürgschaft.

In welche Richtung es gehen soll, wurde schon deutlich, als der Lufthansa-Manager Thomas Winkelmann das Steuer übernahm. In der Praxis hat die Bürgschaft als Kreditsicherheit einen hohen Stellenwert, weil dadurch Garantien geschaffen werden, die den Schuldner in die Pflicht nehmen und den Gläubiger absichern. Bis diese Transaktion abgeschlossen sei, werde Niki weiterhin als separate Geschäftseinheit der Air-Berlin-Gruppe agieren und sich auf Mittelstreckenziele des Touristikgeschäfts konzentrieren. Dabei war die Frage aufgekommen, ob Etihad wie geplant die Niki-Anteile von Air Berlin für 300 Millionen Euro kaufen werde. Ein Teil von Air Berlin ist seit Februar bereits für die Lufthansa unterwegs.

Doch vieles deutet darauf hin, dass Etihad seine defizitäre Beteiligung Air Berlin nicht weiter unterstützt.

Air Berlin flog allein 2016 einen weiteren Rekordverlust von fast 800 Millionen Euro ein, hat einen Schuldenberg von mehr als einer Milliarde Euro aufgehäuft und das Eigenkaital längst aufgebraucht.

In der kommenden Woche trifft der Aufsichtsrat von Tuifly zusammen. Etihad bestätigte am Donnerstag, dass die Gespräche mit Tui über ein Joint-Venture abgebrochen worden seien.

Ihnen sollen bei einer Mitarbeiterversammlung am Donnerstagnachmittag in Hannover weitere Informationen zu den Plänen des Konzerns für eine Neu-Positionierung der konzerneigenen Tuifly mitgeteilt werden.

Auch wenn Niki nicht mehr für ein Joint Venture zur Verfügung steht, will sich die Tui weiter um die Neupositionierung der deutschen Tuifly bemühen.

"Einen zweiten Wunschpartner sehe ich derzeit nicht", sagte er nach Angaben aus dem Unternehmen auf der Mitarbeiterversammlung. Zudem sei die Zahl möglicher Partner sehr überschaubar.

Der Bund werde die Voranfragen für einen Bürgschaftsantrag gemeinsam mit den Ländern prüfen, sagte derweil eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums. Das bedeute noch nicht, dass es eine Bürgschaft geben werde.

Nach dem geplatzten Deal für einen neuen Ferienflieger fordern Gewerkschafter vom Air-Berlin-Management, den Mitarbeitern umgehend und ehrlich die Lage zu beschreiben. Ablehnend bis skeptisch äußerten sich Politiker aus CDU und FDP. Er habe Zweifel, "dass dort schon eine unternehmerische Tragfähigkeit gegeben ist", sagte Lindner.

Etihad hatte die Fluglinie aus der Hauptstadt in der Vergangenheit mehrfach mit Finanzspritzen in der Luft gehalten, die jeweils dreistellige Millionenbeträge ausmachten.

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