Mehrere Tote bei Hochhausbrand in London - über 50 Verletzte

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"Wenn ein ganzes Hochhaus wie eine Fackel brennt, zumindest von der Fassade her - und die scheint eine gewisse Rolle gespielt zu haben - dann ist es auch für die Einsatzkräfte ein Alptraum", sagt Albrecht Broemme, Chef des Deutschen Technischen Hilfswerks zu n-tv.

Menschen wurden von dem Feuer eingeschlossen und versuchten verzweifelt, sich in Sicherheit zu bringen.

Andere Bewohner können sich noch aus dem Haus retten, auch die 39-jährige Hanan Wahabi aus dem neunten Stock. Der Einsatz dürfte noch Tage dauern.

Bei dem Großbrand in einem Londoner Hochhaus sind mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Es sei "wahrscheinlich", dass während dieser Zeit weitere Todesopfer entdeckt würden. Einen Terror-Anschlag schließt Scotland Yard aus.

Am frühen Morgen stand der 24-stöckige Grenfell Tower mit 120 Wohnungen immer noch lichterloh in Flammen.

Ein Feuerwehrmann inspiziert eine Etage des ausgebrannten Hochhauses. Einige Bewohner des Grenfell Towers sagten, ihnen sei geraten worden, im Fall eines Feuers in ihren Wohnungen zu bleiben. Scotland Yard erklärte auf Anfrage, dass es sich bei der Brandursache nicht um einen Terroranschlag handele. In den Jahren 2015 und 2016 wurde das Gebäude in North Kensington im Westen der britischen Hauptstadt renoviert. In dem Hochhaus soll es laut Anwohnern Beschwerden über mangelnden Brandschutz gegeben haben.

Die für die Sanierung des Towers zuständige Baufirma Rydon reagierte am Mittwoch schockiert auf den Brand.

Der Grenfell-Tower im Herzen Londons ist niedergebrannt. Alle erforderlichen Kontrollen, Bestimmungen im Brandschutz und sonstigen Sicherheitsstandards seien eingehalten worden, teilt die Firma mit.

Khan sprach von einem "bedeutenden Vorfall" - eine Bezeichnung der britischen Behörden für eine Lage, die besondere Vorkehrungen durch einen oder mehrere Rettungsdienste erfordert.

Premierministerin Theresa May äußerte sich "zutiefst betrübt" über die Tragödie. Die Bundesregierung würdigte den Kampf der Rettungskräfte gegen die Flammen. Die Londoner Feuerwehr war nach eigenen Angaben nach wenigen Minuten bei dem brennenden Hochhaus. Die Feuerwehrleute müssten Atemschutzgeräte tragen und "unter sehr schwierigen Bedingungen extrem hart arbeiten, um dieses Feuer zu bekämpfen". Im Einsatz waren demnach 200 Feuerwehrkräfte und 40 Löschfahrzeuge. Bei den Löscharbeiten wurden mehrere Feuerwehrleute verletzt, sagte Feuerwehrchefin Cotton. Augenzeugen berichteten von Bewohnern, die in die Tiefe gesprungen oder gefallen seien. Ob sich noch Menschen in dem Haus befinden, ist unklar.

Eltern haben Augenzeugen zufolge in ihrer Verzweiflung Kinder aus dem brennenden Hochhaus geworfen, darunter auch ein Baby. "Ein Gentleman rannte los und schaffte es, das Baby zu greifen", sagte Samira Lamrani der britischen Nachrichtenagentur PA. Ein Mann habe den Säugling gefangen. Hin und wieder knallte es in dem Gebäude.

Die Polizei hat das Areal in der Nähe des Hyde-Parks weiträumig abgesperrt. Für Bewohner wurden Notfallzentren eingerichtet.

Der Brand hat Menschenleben gekostet. Mindestens 70 Menschen seien zudem verletzt worden. Der erste Notruf sei um 00.54 Uhr (Ortszeit) eingegangen, hieß es in einem Statement der Feuerwehr.

Uhr: Bei dem Hochhausbrand in London hat die Feuerwehr nach eigenen Angaben bisher 65 Menschen aus den Flammen gerettet. Nach Angaben des Stadtbezirks sind in dem Sozialbau 120 Wohnungen.

Große Trümmerstücke stürzten von dem Gebäude, das 1974 errichtet wurde. Es habe keinen Feueralarm gegeben, berichteten mehrere Menschen vor Ort. Die Zahl der Toten wird nach Einschätzung der Polizei noch steigen - die Bergungsaktionen könnten noch Tage andauern.

Bürgermeister Sadiq Khan sagte, die Unglücksursache müsse genau untersucht werden. Ein von Anwohnern betriebener Blog schreibt jedoch, ein Brand wie dieser sei "nur eine Frage der Zeit" gewesen: "All unsere Warnungen stießen auf taube Ohren". Trotz der Katastrophe war das Hochhaus zunächst stabil genug, um darin weiter nach eingeschlossenen Menschen zu suchen.

Im Apartmenthaus sollen viele Familien mit Kindern gelebt haben.

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