Londoner Polizei: Zahl der Toten dürfte steigen

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Einen Terror-Anschlag schließt Scotland Yard aus.

Beim gewaltigen Brand eines Hochhauses im Zentrum Londons sind mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen.

Die Polizei rechnet nicht mehr damit, weitere Überlebende in dem Gebäude zu finden.

Bis zum frühen Abend waren nach Angaben der Rettungskräfte mindestens 79 Patienten in Kliniken behandelt worden, 18 von ihnen seien in einem kritischen Zustand. Die Ursache des Brands ist unklar.

Wie lange wird der Grenfell Tower noch standhalten?

"In meinen 29 Jahren als Feuerwehrfrau habe ich noch nie etwas von solchem Ausmaß gesehen", sagte Dany Cotton von der Londoner Feuerwehr. Einsatzkräfte seien bis zum 19., 20. Stockwerk gelangt. Augenzeugen berichteten von Schreien. Menschen seien aus dem brennenden Gebäude gesprungen.

Die Polizei räumte nahegelegene Gebäude, die von den herabstürzenden Trümmern des Hauses gefährdet waren. Hin und wieder knallte es in dem Gebäude. Die Polizei hat alle Wege zum Gebäude hermetisch und weiträumig abgeriegelt. Einwohner wurden gebeten, die Gegend nordwestlich des Hyde Parks zu meiden.

Premierministerin Theresa May zeigte sich nach eigenen Worten "tief betroffen von den tragischen Todesfällen". In dem Haus befanden sich auch Stunden nach Ausbruch des Feuers noch immer Menschen, wie die BBC berichtete.

Das Gebäude wurde 1974 erbaut und war von 2014 bis 2016 saniert worden. Der Brand sei noch nicht gelöscht. Die Baufirma Rydon reagierte schockiert auf den Hochhausbrand. In dem 24-stöckigen Gebäude suchen die Rettungskräfte weiter nach Opfern. Alle erforderlichen Kontrollen, Bestimmungen im Brandschutz und die sonstigen Sicherheitsstandards seien eingehalten worden, teilte die Firma mit.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan sprach von einem "bedeutenden Vorfall" - eine Bezeichnung der britischen Behörden für eine Lage, die besondere Vorkehrungen durch einen oder mehrere Rettungsdienste erfordert. "Es wird im Laufe der nächsten Tage viele Fragen zur Ursache dieser Tragödie geben und ich möchte den Londonern versichern, dass wir dazu alle Antworten bekommen werden". Demnach ging der erste Notruf um 00.54 Uhr (Ortszeit) ein. Die Arbeit sei extrem hart und die Bedingungen sehr schwierig. Im Einsatz waren 200 Feuerwehrkräfte und 40 Löschfahrzeuge. In den Flammen wurden auch mehrere Feuerwehrleute verletzt. Einige Menschen würden noch immer vermisst, so Cundy. Da sich der Rauch auf den Gängen schnell ausbreitete, waren die Fluchtwege versperrt.

Der britische Schauspieler Tim Downie, der 600 Meter von dem brennenden Hochhaus entfernt wohnt, sagte der britischen Nachrichtenagentur Press Association, er befürchte, der Tower könne einstürzen. Das hätte fatale Folgen für die benachbarten Häuser. Es handle sich aber um kleinere Verletzungen, sagte Feuerwehrchefin Cotton. Während Umbauarbeiten gebe es nur einen Zugang zu dem Gebäude, heißt es auf einem Blog-Eintrag der Grenfell Action Group: "Es ist gar nicht auszudenken, was passiert, wenn in der Eingangshalle ein Feuer ausbricht".

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