London: Mindestens sechs Tote bei Hochhausbrand

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Die Londoner Feuerwehr teilte mit, das Feuer reiche vom zweiten Stock bis ganz nach oben des 27-stöckigen Gebäudes. 200 Feuerwehrleute kämpften am Mittwoch gegen die Flammen. Der erste Notruf sei am Mittwoch um 00.54 Uhr eingegangen, teilte die Feuerwehr in einem Statement bei Facebook mit. Sie war für die Sanierung des 24-stöckigen Grenfell Towers zuständig.

Außerdem glauben Experten laut "Evening Standard", dass die neue Verkleidung des Hauses für das schnelle Übergreifen des Feuers auf alle Stockwerke verantwortlich war. Auf Videos war zu sehen, dass die Flammen auf den gesamten Wohnkomplex übergegriffen hatten. "Ich sah eine Person herausfallen, ich sah eine andere Frau, die ihr Baby aus dem Fenster hielt, ich hörte Schreie", gab Martin gegenüber der BBC zu Protokoll. Angeblich gab es keinen Notausgang, andere monieren das Fehlen von Feuermeldern. Die Londoner Polizei geht von weiteren Todesfällen nach dem Hochhausbrand aus. Einige Menschen würden aber noch immer vermisst.

Augenzeugen hatten in der Nacht auf Twitter berichtet, Menschen seien aus dem brennenden Gebäude gesprungen. Wegen einer Einsturzgefahr werden die Such- und Rettungsarbeiten am Gebäude unter großer Vorsicht geführt.

Flammen-Inferno in London: Ein Hochhaus im Zentrum der britischen Hauptstadt steht in Flammen.

Das Hochhaus wurde 1974 gebaut und besteht aus 120 Wohnungen.

Der Grenfell-Tower brennt wie eine Fackel.

Anwohner schilderten dramatische Szenen um das brennende Haus. Menschen schrien voller Verzweiflung aus ihren Wohnungen heraus nach Hilfe, wedelten mit Tüchern und machten mit blinkenden Handys auf sich aufmerksam. "Ein Mann lief nach vorne und schaffte es, das Baby zu fangen". "Wie kann man das vergessen?"

Dunkler Rauch steigt aus dem Grenfell Tower auf. Medienberichten zufolge sollen sich bis zu 600 Menschen in dem Sozialbau befunden haben, als das Feuer ausbrach.

Die Polizei räumte nahegelegene Gebäude, die von herabstürzenden Trümmern gefährdet waren. Überall sei Glut umhergeflogen. "Ich wurde mit Asche bedeckt, so schlimm ist es".

Ein Anwohner berichtete: "Ich bin 100 Meter weg und ich bin vollständig mit Asche bedeckt". Die Polizei sperrte deshalb die Umgebung weiträumig ab. Bis zum Mittag war das Feuer noch nicht unter Kontrolle. Das Haus sei stabil. Irgendwie hat Eddie es nach draußen geschafft, wo er jetzt mit T-Shirt, Shorts und Turnschuhen steht, ein feuchtes Handtuch über die Schultern geworfen, das er geistesgegenwärtig noch mit auf die Flucht genommen hatte. Bereits 2013 hat die Anwohnervereinigung "Grenfell Action Group", in der sich Bewohner aus dem westlichen Lancester zusammengeschlossen haben, vor schlechtem Brandschutz im Grenfell Tower in London gewarnt. Die Lösch- und Sicherungsarbeiten am Hochhaus sollen vermutlich noch 24 Stunden dauern. Dan Daly von der Feuerwehr sagte, die Feuerwehrleute würden Atemmasken tragen, die Arbeit sei extrem hart und die Bedingungen sehr schwierig. "Das ist ein grosser und sehr schwerwiegender Vorfall". Mindestens 74 Menschen wurden bis zum Mittag in Krankenhäusern behandelt, 20 von ihnen waren nach Angaben der Rettungskräfte in einem kritischen Zustand. Scotland Yard erklärte auf Anfrage, dass es sich nicht um einen Terroranschlag handle. "In meinen 29 Jahren bei der Feuerwehr habe ich noch nie etwas in dieser Größenordnung gesehen", sagte Cotton. "Wir werden in den kommenden Stunden und Tagen sorgfältig nach dem Grund für dieses Feuer suchen und untersuchen, was passiert ist", sagte sie.

Der Bürgermeister Sadiq Khan sprach von einem "bedeutenden Vorfall". Die entsetzlichen Bilder hätten ihn schwer getroffen. Und es dürfe nicht zu der Situation Kommen, dass Menschenleben in Gefahr sind, weil der Brandschutz nicht ausreichend sei oder falsche Ratschläge gegeben würden. "Essen und Trinken gibt es umsonst". Die Jamie's-Italian-Kette von Oliver hat ein Restaurant im Westfield-Einkaufszentrum in Shepherd's Bush in der Nähe des Unglücksorts.

Feuerwehrleute spritzen Wasser auf das immer noch qualmende Hochhaus.

Ein Polizist begleitet einen Bewohner aus dem brennenden Wohnhaus.

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