Häufig Gewalt gegen Pflegeheim-Bewohner

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47 Prozent der Pflegedienstleitungen und Qualitätsbeauftragten gaben dabei an, dass sie "Konflikte, Aggression und Gewalt in der Pflege" für ein Thema halten, das die stationären Pflegeeinrichtungen vor ganz besondere Herausforderungen stellt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP), die am Donnerstag vorgestellt werden soll und über die die Süddeutsche Zeitung vorab berichtet.

Bei der Bewertung von Pflegequalität wird Gewaltprävention nach Einschätzung des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) noch viel zu wenig beachtet.

Ralf Suhr dazu: "Mit unserem Befragungskonzept nehmen wir zwar in Kauf, dass die Studie das Problem sehr wahrscheinlich unterschätzt".

Fast zehn Prozent dieser Befragten gaben an, dass es "oft" oder "gelegentlich" zu körperlicher Gewalt gegen die Bewohner komme.

Wir brauchen eine Kultur des Hinsehens, nicht der Skandalisierung. "Wer Gewaltprävention ernst nimmt, muss auf die Entstehungsbedingungen wie Überforderung oder Wissensdefizite aktiv Einfluss nehmen". In 20 Prozent der Einrichtungen ist das Thema nicht ausdrücklich Bestandteil des Qualitätsmanagements. Auch bei der Fehlerkultur und einer gewaltsensiblen Qualitätssicherung gibt es Gestaltungsmöglichkeiten. Vorsitzende der DAlzG. Sie kritisierte fehlende Zuständigkeiten und verbindliche Ansprechpartner für Hausärzte, Pflegedienste und Privatpersonen, die Anzeichen von Gewalt gegen pflegebedürftige Menschen beobachteten. Das gelte insbesondere in der Altenpflege, sowohl zu Hause als auch in stationären Einrichtungen. Ihrer Meinung nach müssen Pflegekräfte besser zum Thema Gewalt aus- und fortgebildet werden. "Es muss konkrete Angebote zur Gewaltprävention geben". Das Thema müsse auf die politische Agenda gesetzt werden.

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