Chef der britischen Liberaldemokraten tritt zurück

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Für den Rücktritt habe er sich aus freien Stücken entschieden und er habe auch die Unterstützung seiner Partei. Nun will auch Farron sein Amt niederlegen.

Der Chef der aus der britischen Parlamentswahl als drittstärkste Kraft hervorgegangenen Liberaldemokraten, Tim Farron, ist heute Abend überraschend zurückgetreten. Farron erklärte in einem laut BBC "hastig arrangierten Statement", er sei stolz, die Partei zwei Jahre geführt zu heben, er habe nicht länger seinen strengen christlichen Glauben mit den Verantwortlichkeiten eines Parteichefs vereinbaren können.

"Ich war zwischen meinem Leben als gläubiger Christ und meiner Rolle als politischer Führungspersönlichkeit hin- und hergerissen", sagte Farron. Es sei ihm unmöglich gewesen, der Chef einer fortschrittlichen, liberalen Partei zu sein und zugleich an den Lehren der Bibel festzuhalten. Zuvor war er in seiner Partei wegen seiner Ansichten zur Homoehe und zu Abtreibungen in die Kritik geraten. So fragte ihn etwa eine Fernsehmoderatorin, ob er Homosexualität für eine Sünde halte. Farron antwortete mit "Nein". Die "LibDems" konnten bei der Wahl in der Vorwoche vier Mandate auf gesamt zwölf Sitze in Westminster zulegen können. Über das neue Kabinett mokierte sich Farron: Es sei so, "als würden die Liegestühle umgestellt, während die Titanic am Sinken ist", sagte er.

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