Champions League: Real Madrid: Die Unbesiegbarkeit in königlichen Finals

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So stellte Kapitän Sergio Ramos seinen eineinhalb Jahre alten Filius Sergio samt Schnuller in den großen silbernen Henkelpott, den er und sein Team am Samstagabend zum zweiten Mal nacheinander als ersten Preis gewonnen hatten. Juventus konnte durch den sensationellen Treffer von Mario Mandžukić (27.) die Partie ausgleichen. Der 30-jährige Khedira hatte zudem noch Pech, dass er Casemiros Schuss zum 1:2 abfälschte. Achtmal stand der Klub im wichtigsten europäischen Wettbewerb schon im Final, sechsmal verlor er. Der Kroate jubelte beim Endspielsieg des FC Bayern 2013 gegen Dortmund als Torschütze.

Neben dem gebürtigen Greifswalder gewannen auch schon Rudi Völler (Olympique Marseille/1993), Bodo Illgner (Real Madrid/1998), Dietmar Hamann (FC Liverpool/2005), Sami Khedira (Real Madrid/2014) und Marc-André ter Stegen (FC Barcelona/2015) die Champions League mit ausländischen Clubs. Zuletzt galt auch Juve-Ikone Gianluigi Buffon als Kandidat auf den Titel, hatte der Torwart doch bis zum Finale der Champions League nur drei Tore kassiert. Juventus schien körperlich platt und mental ausgelaugt zu sein, Real zog ein Weltklasse-Kombinationsspiel auf und gab dem Gegner keine Luft mehr zum Atmen. "Juventus gegen Real ist Ali gegen Foreman, Borg gegen McEnroe - das Derby der Welt", schrieb die Zeitung.

Real gewann einst zwischen 1955 bis 1960 die ersten fünf Austragungen des Pokals der Landesmeister.

Juve dagegen verfehlte alle Ziele, die sich der in dieser Saison bis zum Abschlussabend in Cardiff unerschütterliche italienische Meister vorgenommen hatte.

Mandzukics Traumtor zum 1:1. Der 32-Jährige ist damit natürlich die passende Leitfigur für das unersättliche Real Madrid, und man muss ihn wohl sogar ernst nehmen, wenn er sagt, sein aktueller Vertrag dort (bis 2021) sei noch nicht der letzte. "Wenn wir ein paar neue Spieler holen und sie integrieren, werden wir auch in der kommenden Champions-League-Saison sehr wettbewerbsfähig sein".

Juventus aber sehnt sich seit 1996 nach einem weiteren Champions-League-Titel. Mit dem Rücken zum Tor schoss er volley aus der Drehung, der Ball segelte über Navas hinweg ins lange Eck. Mittendrin Weltfußballer Cristiano Ronaldo.

Vierfachsieger sind auch Andres Iniesta, Lionel Messi und Xavi mit Barcelona (2006, 2009, 2011, 2015) und Gerard Pique (2008 mit Manchester United, 2009, 2011, 2015 Barcelona).

Ronaldo wurde vor 75.000 Zuschauern im Principality Stadium einmal mehr zum Matchwinner für Madrid. Mandzukic (Higuain) 1:1. 61. Ronaldo erhöhte kurz danach auf 3:1 (64.) und sorgte für die Vorentscheidung. Mit Real hat er bereits fast alles gewonnen, irgendwann wird er Frankreichs Teamchef. Ein Kopfball von Alex Sandro strich nur knapp am Tor vorbei (82.). Als Motor für die Raketen Ronaldo, Bale, Benzema, Isco, James oder Asensio - das passt.

Tausende Fans von Real Madrid feierten am Sonntag bis in die frühen Morgenstunden. Zu allem Überfluss sah Cuadrado die Gelb-Rote Karte (83.). Kroos (Foul). 66. Pjanic (Unsportlichkeit). 70.

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