Auch gefeuerter Bundesanwalt berichtet von "sonderbaren" Kontakten mit Trump

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Alle Kameras auf ihn - James Comey (56), Ex-Chef des FBI. Der Präsident ist bereit, seine Aussagen auch unter Eid wiederholen. Er habe von Comey auch kein Loyalitätsversprechen verlangt, wie dieser ausgesagt hatte. Der Minister werde "viele Fragen" beantworten müssen, sagte der demokratische Senator Patrick Leahy.

Damit steht das Wort des Präsidenten gegen das Wort des früheren FBI-Chefs.

Commey hatte am Donnerstag unter Eid ausgesagt. Er glaube, dass die Comey-Enthüllungen viel verbreiteter seien, "als man es jemals für möglich gehalten hätte", schrieb Trump im Kurznachrichtendienst Twitter. Justizminister Jeff Sessions kündigte unterdessen an, sich am Dienstag im Geheimdienstausschuss des Senats äußern zu wollen. Das habe Comeys Aussage belegt.

Trump sieht diesen Vorwurf als entkräftet an. Man wolle nun zur Tagespolitik zurückkehren. Vor einigen Tagen lehnte das Weiße Haus es ab, auf die Frage zu antworten, ob der Justizminister noch das Vertrauen des Präsidenten genieße.

Trump gab eine gemeinsame Pressekonferenz mit dem rumänischen Staatspräsidenten Klaus Iohannis.

Die US-Geheimdienste werfen Russland eine Einmischung in den Präsidentschaftswahlkampf zugunsten Trumps vor. Comey hatte Trump mit seiner Aussage am Donnerstag schwer belastet. Trump hatte zuvor fast 46 Stunden nicht getwittert.

Zuletzt sorgten in Washington Medienberichte über angebliche Auseinandersetzungen zwischen Trump und Sessions für Wirbel. Er habe sich von Trump unter Druck gesetzt gefühlt, die Ermittlungen gegen Flynn fallen zu lassen.

Trump, der Comey am 9. Mai entlassen hatte, wies die Anschuldigungen zurück und stellte Comey als Lügner dar.

Die Folgen von Comeys öffentlicher Aussage sind unklar. Er erklärte, anders als Comey behaupte, habe er diesen nicht gebeten, die Ermittlungen des FBI gegen Flynn einzustellen. Die bisher auf die Russlandfrage konzentrierten Ermittlungen der Bundespolizei gehen damit nicht nur weiter, sie werden auch Trump selbst weiter unmittelbar beschäftigen. Dem Sender CNN zufolge hat er ein drittes Treffen mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak während des Wahlkampfes verschwiegen. Das soll Comey dem Senatsausschuss im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung gesagt haben. Demnach habe es keine illegale "Absprache" mit Moskau und keine "Behinderung" der Justiz gegeben. Demokraten sprachen dagegen von einem Verhaltensmuster Trumps, das darauf hinweise.

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