Arabische Staaten brechen mit Katar

Einstellen Kommentar Drucken

"Katar scheint durch den jüngsten Schritt nicht viel befürchten zu müssen". Saudi-Arabien hält Katar außerdem vor, vom Iran gestützte Terroristengruppen in seiner Provinz Katif und dem angrenzenden Bahrain sowie Rebellen im Jemen zu fördern. "Vielleicht wird das der Anfang vom Ende des Terrorhorrors sein".

Das Weiße Haus erklärte daraufhin, die US-Regierung wolle sich um Entspannung in der seit Jahren schwersten diplomatischen Krise in der Region bemühen. Saudi-Arabien wirft Katar vor, Terrororganisationen wie dem Islamischen Staat und Al-Kaida Unterschlupf zu gewähren.

Die Nachbarn Katars haben haben Dutzende Personen und Organisationen mit Verbindungen zu dem Emirat auf eine Terrorliste gesetzt. Zudem wurde der Flugverkehr nach Katar eingestellt. Es ist ein wichtiges Luftverkehrsdrehkreuz, Standort der größten US-Militärbasis in der Region und Austragungsort der Fußball-WM 2022.

Die Türkei unterhält gute Beziehungen zu Katar, aber auch zu anderen Golfstaaten.

Trump hatte die Golf-Staaten im Mai bei einem Gipfel in Riad auf einen Pakt gegen den Terror eingeschworen. Darin waren der Iran gelobt und die US-Politik kritisiert worden. Da hätten die arabischen "Führer" auf Katar gedeutet. Auch die Fluglinie Flydubai mit Sitz im Emirat Dubai will von Dienstag an Katar nicht mehr anfliegen.

Und Trump? Aus Washington kamen am Montag zunächst neutrale Worte. Die USA sind mit allen Konfliktparteien eng verbündet. Dort sind über 10.000 US-Soldaten stationiert.

Auch Kuwaits Emir Sabah al-Salim al-Sabah bemühte sich um Vermittlung in dem Streit. Medien des Landes verbreiteten eine Karikatur, die sich darüber lustig machte, dass der saudische König Salman Fake News verbreite.

Doch wegen seiner geografischen Lage ist Katar auch verwundbar. Sein Land lehne jede Bevormundung durch andere Golfstaaten ab, sagte der katarische Außenminister Mohammed Bin Abdulrahman Al Thani dem Sender Al-Dschasira. Die Beziehungen könnten nur wiederhergestellt werden, wenn die Regierung in Doha ihre Politik ändere. Weltweit wird jetzt versucht, die Krise zu lösen. "Dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen darf nun keine Sprachlosigkeit in der arabischen Welt folgen", warnt der außenpolitische Sprecher der Union, Jürgen Hardt. Zuletzt vertrat Saudi-Arabien seine Außen- und Militärpolitik wesentlich aggressiver. Sie waren bereits vor der neuen Krise am Golf auf den Weg gebracht worden. Qatar Airways ist an der Iberia- und British-Airways-Mutter IAG beteiligt. Dennoch reagierte die deutsche Wirtschaft vorerst gelassen auf die Zerwürfnisse auf der Arabischen Halbinsel. Kontakte bestehen zu Islamisten wie zu Israelis, zu den USA wie zum Iran, mit dem sich das Emirat ein Erdgasfeld teilt. Trump hatte in Saudi-Arabien auch ein gigantisches Waffengeschäft abgeschlossen. "Eine solche Trumpisierung des Umgangs miteinander ist in einer ohnehin krisengeschüttelten Region ganz besonders gefährlich". Für Mittwoch stand ein Treffen mit Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) in Berlin auf seinem Programm. Zudem forderten sie, Katar dürfe nicht länger Bürgern anderer Golfstaaten seine Staatsangehörigkeit verleihen.

Saudi-Arabien, Bahrain und Ägypten stoppten auch den Luftverkehr mit Katar. Sie stießen sich vor allem an der Unterstützung Katars für die ägyptischen sunnitischen Muslimbrüder.

Das Golf-Emirat Kuwait kündigte einen Vermittlungsversuch an.

Dank seiner Erdgasvorkommen ist Katar eines der reichsten Länder der Welt.

Comments