Polizeieinsatz und Schüsse an Münchner S-Bahnhof

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Aufgrund seines Zustandes sei nun zudem ein Unterbringungsbefehl erlassen worden, sagte ein Sprecher der Münchner Polizei am Mittwoch. "Danach ist eine Rangelei am Boden entstanden", sagte der Polizeisprecher. Eine der drängendsten ist wohl, wie es so weit kommen konnte, dass der Täter Alexander B. einer Polizistin mit der Dienstwaffe ihres Kollegen in den Kopf schoss und sie dadurch lebensgefährlich verletzt hat. Nach dessen Angaben befand sich sein Sohn auf einer Reise durch Europa. Und so war es auch am Dienstagmorgen gegen 8.20 Uhr, als es einen Notruf aus der Flughafen-S-Bahn Richtung München-Innenstadt gab über einen Streit mit Körperverletzung zwischen zwei Männern. Zeugen hätten ausgesagt, er habe sich in der S-Bahn auffällig benommen, etwa Selbstgespräche geführt, sagte Andrä.

Drei Stationen später, am Bahnhof Ismaning, stieg ein weiterer Mann hinzu und setzte sich laut Andrä mehrere Meter entfernt auf einen freien Platz. Dieser Mann sei auch ermittelt und werde vernommen. Fahrgäste greifen ein, versuchen die Situation zu schlichten. Die Streitenden stiegen in Unterföhring aus.

Eine Streife aus Ismaning wird zu der Schlägerei geschickt. Aber: "Wer sich mit der Waffe auskennt, kann die Waffe bedienen", sagt Andrä. Auf den Bildern sei nicht eindeutig zu erkennen, ob der Täter die Pistole aus dem Holster, oder womöglich doch aus der Hand des Polizisten gerissen hat, der die Waffe im Eifer des Gefechts gezogen haben könnte.

Der mutmaßliche Täter soll erst einen Tag zuvor aus Athen angereist sein und zunächst scheinbar willkürlich auf einen Fahrgast in der S-Bahn eingeprügelt haben.

Einer der Streithähne versuchte dann, einen Polizisten ins Gleisbett zu schubsen. Was dann folgte, war laut Andrä nicht einfach nur ein Handgemenge, sondern ein heftiger Kampf.

Bei einer anschliessenden Rauferei gelangte der Täter an die Pistole des Polizisten, von der er auch sofort Gebrauch machte.

Auch die Reihenfolge der Schüsse müsse noch rekonstruiert werden - durch die Kameras am Bahnsteig, Zeugenaussagen und spezielle 3-D-Kameras des LKA.

"Vom Grundsatz her sollte es eigentlich nicht passieren, dass dem Kollegen die Waffe entrissen werden kann", sagte der GdP-Landesvorsitzende Peter Schall der Deutschen Presse-Agentur. Er schoss auf die Polizistin, traf sie in den Kopf. Mindestens ein Mensch sei verletzt worden, teilte die Münchner Polizei mit.

Vor gut einem Jahr hatte ein Amokläufer im Olympia-Einkaufszentrum um sich geschossen und fünf Menschen getötet. Der 37-jährige wohnsitzlose Deutsche wurde festgenommen. "Doch er war bekannt", so da Gloria Martins. Die Beamtin feuerte, der Mann feuerte - auch hier ist der genaue Ablauf noch unklar. Denn der Täter kann zunächst fliehen.

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