Opel-Chef Neumann zurückgetreten

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Ähnlich forsch treibt PSA-Chef Tavares die Sanierungspläne voran: Opel bleiben drei Jahre, um Gewinne abzuwerfen. Der 48-Jähre arbeitete schon beim Gabelstapler-Spezialisten Jungheinrich, bei Daimler, Mitsubishi Europe und zuletzt bei Volkswagen und hatte Führungspositionen nicht nur im Finanzbereich, sondern auch in der IT, im Einkauf und der Logistik inne. Knapp 24 Stunden nach dem Bericht trat Neumann als Chef der Geschäftsführung zurück, bleibt jedoch bis nach der abgeschlossenen Übernahme durch den französischen Konkurrenten PSA Peugeot-Citroën Mitglied. Seit den ersten Nachrichten über den Deal gab es Spekulationen über einen Abschied des 56 Jahre alten Neumanns, dem eine Unterordnung unter PSA-Chef Carlos Tavares nicht zugetraut wurde.

Getrennte Wege gehen Opel und der bisherige Chef Karl-Thomas Neumann, glaubt man einem Zeitungsbericht. Er selbst wolle sich zunächst voll auf den Abschluss dieser Transaktion konzentrieren.

Schneller als erwartet ist Opel-Chef Neumann von seinem Posten zurückgetreten.

Das wichtigste für den Konzern ist es nun, bis 2020 schwarze Zahlen zu schreiben - spätestens. Den Plan dazu solle das Management innerhalb von 100 Tagen nach der Übernahme vorlegen und ihn dann umsetzen. Bisher liefen die Verhandlungen zwischen Opel, General Motors und PSA einigermaßen geräuschlos. Das GM-Europageschäft ist seit Jahren defizitär. Dabei polierte er das Image der früher als angestaubt geltenden Marke auf und steigerte die Verkaufszahlen.

Die Übernahme von Opel durch den PSA-Konzern soll in der zweiten Jahreshälfte über die Bühne gehen, der 31. Juli sei der frühestmögliche Zeitpunkt, sagte ein Opel-Sprecher vor wenigen Tagen. Als Wunschtermin gilt laut der "FAZ" der 12. September, dann könne der Vollzug auf der Automesse IAA in Frankfurt vermeldet werden. Tavares bezeichnete die Übernahme in der Zeitung als "kolossale Aufgabe". Das wird eine große Herausforderung.

Neumann hatte Opel neu positionieren wollen, vor allem drängte er in die Elektromobiliät. Doch offenbar hat Neumann Zweifel an diesen Zusagen - oder andere Perspektiven.

Neumanns Nachfolger ist in der Öffentlichkeit ein eher unbeschriebenes Blatt. "Mit Ihnen bekommt Opel einen CEO, der das Unternehmen gut kennt". Heute sind es noch 3200 Mitarbeiter sowie 1000 bei Partner- und Fremdfirmen. Die Beschäftigten sind bis Ende 2018 vor Entlassungen sicher.

1991: Der Astra wird in die Produktionslinie aufgenommen, bis 2004 wird das Fahrzeug gefertigt, ab 1999 der Siebensitzer Zafira. Mit dem Kürzel unterschreibt der Manager seine Tweets.

Die haben unter Tavares ihre Kosten im Griff, wie Neumann schon bei der 2012 begonnenen gemeinsamen Entwicklung neuer Familien-Autos beobachten konnte.

2009: GM kündigt einen weiteren drastischen Stellenabbau von Opel in ganz Europa an, rund 9000 der noch 55.000 Stellen sollen wegfallen. Seit Bestehen wurden in dem Werk 13,5 Millionen Autos gebaut. "Da muss man offen und ehrlich sein: Das Einzige, was Mitarbeiter schützt, ist Gewinn". Werkschließungen sollten aber unbedingt vermieden werden.

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